Gibt es gesunde Weihnachtskekse für Papageien & Sittiche?

Weihnachtzeit ist Plätzchenzeit und da wollen wir Papageien- und Sittichhalter unseren gefiederten Kleinen doch auch mal etwas Gutes tun. Aber gibt es denn überhaupt Weihnachtskekse, die gesund für unsere Vögel sind? Wie gefährlich sind für unseren Papagei oder Sittich Zutaten wie Ei, Zucker, Zimt oder Schokolade und womit kann ich sie ersetzen? 

In dieser Folge

  • Nicht alkoholische Fettleber ist bei vielen Papageien und Sittichen ein Problem
  • Es gibt eine Studie über Ingwer zur Behandlung von Fettleber bei Menschen
  • Umfrage von Papageien- und Sittichhaltern über die Gabe von Ingwer im Futter
  • Der Unterschied zwischen getrocknetem und frischem Ingwer

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Abschrift

Hallo & Willkommen bei „Besser Leben mit Papageien & Sittichen ein Podcast von und mit Ann Castro“.

Heute geht es um Weihnachtskekse, die köstlich UND gesund für deine Papageien und Sittiche sind. 

Wenn dich Ernährung interessiert, dann empfehle ich dir meine Infografik mit den Top 10 Ernährungstipps. Du kannst sie im Ressourcen-Bereich kostenlos abrufen.

Wenn du Divis-Mitglied bist, dann findest du jetzt außerdem im Mitglieder-Portal meine Rezeptesammlung. Fragen dazu können wir am Dienstag Abend um 19:00 im Divis-Live-Talk besprechen. Infos dazu unter divis.dvs.ac

Zum heutigen Thema

Weihnachtzeit ist Plätzchenzeit und da wollen wir Papageien- und Sittichhalter unseren gefiederten Kleinen doch auch mal etwas Gutes tun. … Als ob wir sonst nie was für sie machen … Aber zu Weihnachten soll‘s halt was besonderes sein.

Unseren Vögeln Menschenkekse zu geben wäre zwar einfach ist aber leider nicht unbedingt empfehlenswert. Denn solche Kekse enthalten leider häufig Zutaten, die für unsere Vögel ungesund oder sogar schädlich sind. Außerdem ist es manchmal auch nicht ganz einfach herauszufinden, was da wirklich drin enthalten ist. Und es ist fast unmöglich, Kekse mit den Zutaten zu finden, die man gerne hätte. So geht‘s zumindest mir und dir vermutlich auch, wenn du auf eine gesunde Ernährung achtest.

Aktuelles Beispiel aus meinem Leben: Jack packt furchtbar gerne Leckereien aus. Also habe ich mich auf den Weg gemacht, um einzeln verpackte Kekse zu finden. Ich wollte mir das Leben halt ein wenig einfacher machen und fertig Verpackte kaufen, die ich ihm nur noch „kredenzen“ muss.

Tja. Tolle Idee. Ich also zum Supermarkt. Und dann stand ich da und habe gefühlte 10000 – zum Teil fast unleserlich klein geschriebene – Inhaltsangaben entziffern müssen, bis ich endlich eine Kekssorte gefunden habe, die zumindest mal kein Ei enthielt; von gesunden Zutaten mal ganz zu schweigen. Denn diese Kekse enthielten zwar kein Ei aber immer noch Zutaten, die ich nicht so ganz toll finde. Zum Beispiel Unmengen an Zucker, Palmfett, und Magermilchpulver und nix, aber auch gar nix an gesunden Zutaten.

Wenn du also deinen Papageien oder Sittichen etwas Gutes tun möchtest, bleibt dir eigentlich nur das Selberbacken. Und das ist gar nicht so schwer. Aber du musst dich mit den Zutaten ein wenig auseinandersetzen, denn selbst Rezepte, die speziell für Papageien und Sittiche sein sollen, die ich im Internet bei meiner Recherche gefunden habe, enthalten oft Zutaten, die – nun ja – nicht ideal sind. Deshalb kannst du dich eigentlich nur auf dich selbst verlassen. Und auf mich natürlich. Die Rezepte, die ich zur Verfügung stelle unterliegen meinen strengen Kriterien. Logisch. Ich gebe dir ja nicht was für deine Tiere, was ich meinen Vögeln nicht geben würde.

Aber du kannst auch deine eigenen Rezepte erstellen. Nimm einfach irgendein Rezept, dass dir gut gefällt und tausche problematische Zutaten gegen unbedenkliche aus und füge gesunde Zutaten hinzu.

Ich werde jetzt mal zuerst über Gebäckzutaten reden, die ich aus verschiedenen Gründen nicht so toll finde und dir erklären, wodurch du sie ersetzen kannst.
Ganz oben auf der Liste stehen für mich Eier.

In fast allen Backwaren ist Ei enthalten und wenn sie nicht gerade Bio sind, werden dafür Eier aus bitterster Massenproduktion verwendet. Das ist für uns, die ALLE Tiere lieben, meiner Meinung nach einfach nicht akzeptabel. Vom tierquälerischen Aspekt abgesehen, sind tierische Proteine für unsere Vögel auch nicht gerade gesund. Denn sie erhöhen die Harnsäure, belasten die Ausscheidungsorgane und können mit der Zeit zu Gicht führen. Im Klartext bedeutet das, dass sie zu Rupfen und hautverletzendem Verhalten beitragen können und Gicht ist im übrigen auch nicht gerade ein Vergnügen für unsere Tiere. Ei und andere tierische Eiweiße solltest du deshalb also lieber aus der Ernährhung deiner Vögel weg lassen.

Eier im Gebäck sind auch nicht wirklich nötig. Ei wird als eine Art Klebstoff verwendet, um unser Gebäck zusammen zu halten. Diese Klebstofffunktion, kannst du aber relativ leicht ersetzen. Zum Beispiel kannst du Dinkel Mehl statt normalem Weizenmehl verwenden. Dinkel klebt nämlich richtig schön. Du kannst Eier aber auch durch gequollene Leinsamen, Bananen oder Apfelmus ersetzen. Die Mengen sind pro Ei wie folgt:
Entweder zwei Esslöffel zerkleinerte Leinsamen in drei Esslöffel Wasser kurz gequollen. Oder eine halbe zerdrückte Banane, oder drei Esslöffel Apfelmus. Ziemlich einfach oder? 

Die nächsten Zutaten, die ich nicht so mag, sind Palmfett oder Butter. Beide sind nicht unbedingt gesund. Und bei beidem gibt es ethische Bedenken. Butter ist ein Milchprodukt – also armes Kälbchen, arme Mama-Kuh. Bei Palmfett haben wir ethische Bedenken, wegen der Abholzung der natürlichen Lebensräume von Orang-Utangs und anderen vom Aussterben bedrohten Tierarten. Das Gute ist, dass Fette ganz leicht durch andere, unbedenklichere Fette ersetzt werden können, zum Beispiel durch Olivenöl. 

Ich persönlich mag rotes Palmöl sehr gerne, weil ich damit schön viel Provitamin A in meine Vögel hineinbekomme. Das ist also eine gesundheitliche Erwägung, denn Papageien und Sittiche haben – im Vergleich zu Menschen – einen sehr hohen Vitamin-A Bedarf. Aber wie komme ich um das ethische Problem mit der Abholzung herum? Da musst du halt ein bisschen genauer recherchieren, um ein Produkt zu finden, das akzeptabel ist. Diese Infos findest du bei den verschiedenen Herstellern zum Teil im Internet. Im Zweifelsfall kannst du auch einfach bei den Lieferanten anrufen und genauer nachhaken. Ich bin da völlig schmerzfrei. Selber schuld, wenn sie die Infos nicht von sich aus zur Verfügung stellen. 

Auf diesem Weg habe ich um Beispiel einen Großhändler gefunden, dessen rotes Bio-Palmöl von einer Plantage aus Paraguay kommt, die seit mehr als 80 Jahren besteht. Das finde ich ok. Da wird nichts abgeholzt, keine Lebensräume zerstört und Bio ist ohnehin besser für unsere Tiere, denn wir wollen sie ja nicht mit Pestiziden versorgen. Gut. Zurück zum Backen.

Alle Flüssigkeiten kannst du durch xbeliebige andere Flüssigkeiten ersetzen. Wenn im Rezept zum Beispiel Milch steht, die wir aus gesundheitlichen und ethischen Gründen nicht verwenden wollen, dann nehme ich meist Hafermilch, die bei meinen Gefiederten sehr beliebt ist. Aber du kannst auch Fruchtsäfte nehmen oder sogar einfach Wasser.

Die nächste problematische Zutat ist Zucker. Den kann man meist massiv reduzieren oder zumindest weißen Zucker durch Rohzucker, Honig oder Ahornsirup ersetzen. Als Canadierin muss ich hier natürlich eine Lanze für Ahornsirup brechen. Der kommt bei mir überall rein sogar in Salat-Saucen … aber das musst du echt nicht nachmachen. Du kannst Zucker übrigens auch durch zermatschte Bananen oder Apfelmus ersetzen. Da gibt‘s ne Menge Möglichkeiten. Ich habe ja nur ein paar genannt. Aber dir fällt bestimmt noch mehr ein. 

Die nächste Zutat ist Zimt. In Weihnachtsgebäck wird häufig Zimt verwendet und zwar in der Regel der preiswertere und geschmacksintensivere Cassia-Zimt, der leider aber auch nicht so gesund ist. Cassia-Zimt kann nämlich auf die Leber gehen. Leider haben viele Papageien und Sittiche Leberprobleme. Da muss man also nicht unnötig zu beitragen. Nimm deshalb also lieber Ceylon Zimt. Der ist ungefährlich. 

Dann natürlich Schokolade. Die ist leider auch nichts für unsere Vögel. Schokolade – genauer, das darin enthaltene Theobromin – geht auf das Herz und die Blutgefäße. Bei entsprechender Dosierung kann das schnell ganz dramatische Folgen haben, den Theobromin kann zu Blutungen innerhalb des Atmungstrakts führen und Herzstillstand auslösen. Bei geringeren Dosierungen passiert erst einmal nichts. Leider glaubt deshalb mancher uninformierte Halter, das sein Vogel Schokolade super verträgt, dass sie harmlos ist und alle Warnungen maßlos übertrieben sind.  Dem ist aber leider nicht so, denn auf Dauer schädigen selbst geringe Mengen Theobromin die Blutgefäße, führen also zu Langzeitschäden und das muss nun auch nicht sein, oder? Also – weg mit der Schokolade.

Kommen wir jetzt mal zu positiven Zutaten. 

Was kannst du deinen Papageien und Sittichen Gutes tun? Nun, eine ganze Menge. Zum Beispiel könntest du Mariendistelsamen in deine Vogelkekse einschmuggeln. Der darin enthaltene Wirkstoff Silimarin, hilft bei Leberproblemen.

Du kannst deinen Keksen Leinsamen hinzufügen. Die darin enthaltene Alpha-Linolensäure hilft bei manchen Herzproblemen. Fenchel entgiftet. Hagebutten helfen bei Arthrose. Da gibt es natürlich eine endlose lange Liste. Die kann man hier gar nicht aufführen. Das würde hier zu weit gehen. Es geht ja in diesem Podcast um Kekse nicht um Kräuter. Aber wenn du Fragen dazu hast, kannst du sie mir jeden Dienstag Abend um 19:00 im Divis-Talk stellen. 

Zum Schluss hatte ich dir ja noch mein Lieblingsrezept versprochen. Wie du weißt bin ich Canadierin. Und im Winter gibt es bei uns Hot Apple Cider. Das ist nichts weiter als heißer, naturtrüber Apfelsaft mit Zimt. Ich trinke den total gerne und er ist für mich wirklich der Inbegriff von Weihnachten – so wie in Deutschland der Glühwein.

Also mit ein bisschen Heimweh inspiriert, habe ich ein Keksrezept für unsere Papageien und Sittiche erstellt. Und das nenne ich einfach mal Canadian Christmas Dream – Also Canadischer Weihnachtstraum … ok das ist vielleicht ein bisschen kitschig, aber hey, zu Weihnachten darf man kitschig sein: Das gehört einfach dazu. Oder? Und außerdem muss das Ding einen Namen haben! Also für meine Apfel-Zimt-Kekse nimmst du 100g Vollkornmehl, 50 ml pürierte Banane – du erinnerst dich – die Banane verwenden wir als Klebstoff und zum Süßen. Du könntest dafür auch eigentlich Apflemus nehmen, wenn du es nocht „apfeliger“ machen  möchtest. Dann brauchst du 5ml rotes Palmöl, um das Ganze ein bisschen geschmeidiger zu machen und 5ml Ceylon-Zimt. Du kannst das Rezept natürlich ganz einfach vergrößern, indem du mehrfache Mengen nimmst. Ist klar, gell?

Du schmeißt alle Zutaten zusammen und verknetest sie, bis der Teig ganz geschmeidig ist. Je nachdem wie groß deine Vögel sind und welche Schnabelkraft sie haben, rollst du den Teig bis zu 1cm dick aus und stichst dann Formen aus. Wenn du Vögel hast, die ihre Leckerbissen nicht in den Krallen halten können, solltest du noch ein Loch in die Kekse stechen. Dann kannst du die Kekse nämlich auch aufhängen. 

Als nächstes bestreichst du die Kekse oben mit ein bisschen pürierter Banane – oder Apfelmus – wieder als Klebstoff – und packst als Belag Apfelstückchen – ich verwende getrocknete – und Zimt oben drauf. 

Die Kekse solltest du langsam und schonend backen. Deswegen heizen wir den Ofen auf nur 160°C und backen die Kekse mindestens 60 Minuten. Falls sie dabei zu dunkel werden, legst du einfach ein Stück Alufolie drüber. Das Ziel ist knallharte, trockene Knabberkekse zu bekommen, mit denen deine Vögel ein bisschen beschäftigt sind. Und weil sie so hart sind, sind sie für Menschen eher nicht so geeignet … wenn du deine Zähne liebst. 🙂

Also das war‘s. Einfach oder? Viel Spaß beim Backen und Bon Appetit. Bis bald. 

Das war „Besser Leben mit Papageien & Sittichen ein Podcast von und mit Ann Castro“

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