Ann Castro – Die Vogelschule für Papageien & Sittiche
weitersagen ...

Was kannst du von Navy Seals für deine Papageien und Sittiche lernen?

Wie kannst du deinem Papagei oder Sittich eine gute Führungskraft sein? Im letzten Podcast ging es um das Ego. Dabei hatte ich eine Management Methode - Extreme Ownership - erwähnt. Daraufhin habe ich etliche Nachrichten von euch erhalten, dass Ihr gerne mehr darüber lernen möchtet. Gut, euer Wunsch ist mir also Befehl und im heutigen Podcast geht es um Extreme Ownership. Wenn du den Ego-Podcast noch nicht gehört hast, dann solltest du das unbedingt nachholen, damit du einen Kontext hast.

Du kannst dir diesen Text auch als Podcast anhören:

Wenn dir mein Podcast gefallen hat würde ich mich riesig über eine ⭐️⭐️⭐️⭐️⭐️-Rezension freuen. 💖 Hier geht's zur Rezension:


In dieser Folge

  • Es gibt keine schlechten Vögel
  • Hinterfrage deine Motivation
  • Vertrauen muss aufgebaut werden
  • Kommunikation ist das Wichtigste

Mehr von Ann

Bevor wir anfangen ein  kurzer Call-Out. Auf meiner Webseite www.dievogelschule.com gibt es Gratis-Downloads zu verschiedenen Papageien & Sittich-Themen für dich. Außerdem kannst du dort meinen Newsletter abonnieren, damit du nichts mehr verpasst und dort findest du auch meine Podcast-Seite, auf der du vergangene Folgen anhören kannst.

Wenn du Anfänger bist und viele Fragen hast oder Erfahrung hast, aber dir Puzzel-Stücke fehlen, bzw. du dich nicht länger alleine durch den Wust an widersprüchlichen Informationen kämpfen möchtest, dann werde doch am besten Divis-Mitglied. Das ist der Ort, an dem du mir Löcher in den Bauch fragen darfst. Informationen & Anmeldung unter divis.dievogelschule.com

Und alle Links, die ich in diesem Podcast erwähne findest du selbstverständlich in den Show-Notes zu dieser Folge unter podcast.dievogelschule.com

Jetzt aber weiter mit unserem Thema: Extreme Ownership. Das heißt sinngemäß so was wie Extreme Verantwortung.

Bekannt gemacht wurde es durch zwei ehemalige Navy-Seals Offiziere, Jocko Willink und Leif Babin, die im Irak-Krieg einiges erlebt haben und wo auch einiges ordentlich schief gegangen ist. Navy-Seals sind eine Elite-Kampfeinheit. Es wird jetzt so getan als ob die Beiden diese Methode erfunden hätten. Das stimmt aber meiner Meinung nach so nicht, denn ich habe diese Sprüche lange vor dem Irak-Krieg von meinem damaligen Vorgesetzten einem ehemaligen US-Marine schon reingewürgt bekommen. Na ja. Aber egal. Denn inhaltlich, egal von “wer hat’s erfunden”, ist das Extreme Ownership wirklich Gold wert. Und zwar nicht nur für Manager von Menschen, sondern auch für Manager von Papageien & Sittichen. Das sind wir Halter schließlich und darum geht’s heute.

Was kann ich besser machen?

Das wesentliche Prinzip des “Extreme Ownerships” ist, dich selbst immer zu fragen: “Was kann ich besser machen?” 

Du übernimmst die Verantwortung für alles, anstatt anderen, also deinen Gefiederten, die Schuld zu geben, Ausreden zu suchen, oder sogar den Kopf in den Sand zu stecken und so zu tun als existiere das Problem gar nicht. Das wiederum hat eine Menge mit deinem Ego zu tun, um das es ja im letzten Podcast ging. 

Die wesentlichen Punkte des “Extreme Ownership”- ein bisschen angepasst, damit sie für dich und deine Vögel relevant sind - möchte ich dir jetzt vorstellen.

Gib Fehler zu

1. Gib Fehler zu, übernimmt die Verantwortung dafür und entwickele einen Plan, wie du Probleme in Ordnung bringen kannst. Gib niemand anderem die Schuld.

Als Papageien- und Sittichhalter bedeutet das, bei dir selbst nach der Lösung des Problems zu suchen. Deine Fehler, die du machst, zu identifizieren. Dein Ego völlig aus dem Spiel zu lassen. Du bist für alles in deiner Welt verantwortlich und sonst niemand. Es gibt sonst niemanden, der es Schuld ist.

2. Als Papageien- und Sittichhalter musst du “Extreme Ownership” durch die gesamte Beziehungskette hindurch befolgen. Du bist also  nicht nur für dich und die Vögel unmittelbar verantwortlich, sondern auch dafür, was sich zwischen deinen Vögeln, deinen Vögeln und anderen Tieren oder Menschen abspielt. 

Es gibt keine schlechten Vögel

Es gibt keine schlechten Vögel, nur schlechte Vogelhalter. Wenn du glaubst, dass irgendetwas nicht funktioniert, weil dein Vogel ... hm hm hm, dann sollten von jetzt ab innerlich große Warnleuchten angehen. Du solltest tief Luft holen, die Verantwortung übernehmen und solange suchen, bis du den wirklichen Grund - und damit auch die Lösung - gefunden hast. Das ist übrigens mein “täglich Brot” beim Coaching von Problemvögeln. Aussortieren was der Halter mir sagt, „Mein Vogel macht dies, das, jenes usw“ und herausfinden, was dort wirklich abläuft und was der Halter ändern kann - muss - um die Situation zu verbessern. Klar, ich habe natürlich viel mehr Erfahrung, gerade mit Problemvögeln, das ist ja mein Spezialgebiet. Ich finde deshalb natürlich ziemlich schnell heraus was los ist. Das ist mein Job. ABER wenn du dir die Zeit nimmst, mal wirklich über ein Problem bis zur letzten Konsequenz nachzudenken, wird dir sicherlich das Eine oder Andere auch selbst auffallen. Es wird nicht perfekt sein, es wird vermutlich auch nicht alles sein, aber es wird dir helfen, die Situation zu verbessern. Und es sollte dir zur Gewohnheit werden, so vorzugehen.

Hinterfrage deine Motivation

3. Als Vogelhalter sollte dir nicht nur klar sein, was du möchtest, sondern auch warum. 

Wenn du mit deinem Vogel draußen spazieren gehen möchtest ... ist das wirklich für den Vogel? Frische Luft, Sonnenlicht usw.? Oder ist der tiefere Grund, dass es dein Ego füttert - weil du dadurch Aufmerksamkeit und Anerkennung erhältst?

Wenn du keinen Partner für deinen Papagei oder Sittich willst, obwohl das in Deutschland Gesetz ist. Wenn du also keinen Partner willst, weil du glaubst, was übrigens gar nicht stimmt, dass er dann weniger zahm ist. Ist das dann für deine Bedürfnisse oder das Beste für deinen Vogel? Hinterfrage wirklich alles was du machst. Denn selbst, wenn du das Beste für deinen Vogel möchtest, schlägst du dir unter Umständen dabei auch gerne selbst ein Schnippchen. Und bleibe beim Hinterfragen nicht an der Oberfläche sondern drille richtig ins Detail. 

Erst wenn du hundertprozentig sicher bist, dass das, was du vorhast auch für deine Tiere hundertprozentig das Richtige ist solltest du dich dafür entscheiden und es umzusetzen. 

Deine Vögel haben nur dich

4. Kontrolliere dein Ego

Ego kommt deiner Fähigkeit gute, richtige Entscheidungen zu fällen in die Quere. Sei bescheiden und bemühe dich stetst darum, dein Ego außen vor zu lassen. Es ist nicht wichtig, was andere von dir denken. Es ist auch nicht wichtig, immer Recht zu haben. Das Einzige, das wirklich zählt, ist, ob du das Bestmögliche für deine Vögel entscheidest und umsetzt. Sie haben nur dich!

Kleine, einfache Schritte

5. Mache es simpel

Große, komplexe Pläne gehen allzu oft in die Hose. Es gibt einfach zu viel, auf das du gleichzeitig achten musst. Also mache dir und deinen Papageien & Sittichen das Leben einfacher und zerlege komplexe Projekte in die kleinstmöglichen Schritte. Wenn diese Schritte klein und einfach genug sind, können deine Vögel viel eher verstehen und lernen, was du von ihnen erwartest. Und du bekommst deine Projekte viel eher umgesetzt. Beispiel dafür ist Training: Je kleiner du die Schritte machst, desto schneller kommst du voran. Weil deinem Vogel ganz klar ist, was er als nächstes machen muss, er nicht zwischen „X“ verschiedenen Möglichkeiten wählen muss und er auch nicht überfordert wird. 

Setze Prioritäten

6. Setze Prioritäten und führe Projekte in der Reihenfolge durch

Es ist unmöglich, sich auf “tausend” Dinge gleichzeitig zu konzentrieren und sie akkurat umzusetzen. Suche dir das Wichtigste aus und fange damit an. Wenn Vogelhalter wegen Hilfe zu mir kommen, dann haben sie häufig geradezu eine Einkaufsliste von Dingen, die sie realisieren möchten. 

Wenn es dir auch so geht, dann stelle dir mal die folgende Frage: Wenn ich die gute Fee wäre, mit einem Zauberstab - und viel Glitzerstaub - und ich dir einen einzigen Wunsch für deine Papageien oder Sittiche erfüllen könnte, was wäre das? Und damit fängst du an.

Genauso ist es auch  beim Training. Wenn ich im Coaching Trainings-Videos der Teilnehmer analysiere fallen mir so viele Dinge auf. Aber wenn ich mich jetzt hinstellen würde und dir 20 verschiedene Sachen aufzähle, die geändert werden müssen, kann ich dir garantieren, dass, wenn ich dich in einer Woche wiedersehe, nichts davon wirklich sitzt. Abgesehen davon, dass du dann auch super demotiviert wärst. Als Coach ist es meine Aufgabe, zu identifizieren welche 1-3 Änderungen, dich am schnellsten mit deinem Training voranbringen. Die gebe ich dir dann als Hausaufgabe auf. Und siehe da, dann fängt du an richtige Fortschritte von Woche zu Woche zu sehen.

Vertrauen muss aufgebaut werden

7. Baue Vertrauen mit deinen Vögeln auf

Vertrauen ist nicht einfach da, weil du es möchtest. Es muss allmählich aufgebaut werden. Und es muss in beide Richtungen gehen. Es hilft, wenn du deine Vögel in Bezug auf eure Beziehung auch selbst entscheiden lässt, ihnen sogar die Führung überlässt. Das stärkt ihr Selbstbewusstsein und baut viel schneller Vertrauen auf als Zwang und Druck. Es ist nicht ohne Grund, das häufig derjenige, der gar keine Vögel wollte, eine besser Beziehung mit ihnen hat, als derjenige, der “alles für sie tut” - inklusive sich ihnen ständig aufzudrängen.

Gemeinsame Erlebnisse insbesondere das gemeinsame Meistern von Schwierigkeiten, gemeinsame Erfolgserlebnisse schweißt zusammen. Das ist einer der Gründe warum du durch Training so schnell und erfolgreich Beziehungen, selbst mit wirklich scheuen Tieren aufbauen kannst. 

Kommunikation ist das Wichtigste

8. Von oben nach unten führen

Wenn deine Papageien und Sittiche nicht machen, was sie sollen, dann suche den Fehler bei dir. Statt ihnen die Schuld dafür zu geben, weil sie etwas nicht kapieren, musst du lernen, besser mit ihnen zu kommunizieren, damit sie eine Chance haben, dich und deine Wünsche zu verstehen. Kommunikation ist das Wichtigste überhaupt. 

Wischi-Waschi geht gar nicht

9. Fälle Entscheidungen

Du bist die Führungskraft für deine Papageien und Sittiche. Das heißt, dass du Entscheidungen fällen musst, aber auch, dass du dir kristallklar darüber sein musst, warum du sie fällst, warum du etwas machst. Wischi-Waschi geht gar nicht.

Drei Wecker statt nur einem

10. Disziplin

Im Militär - und vielleicht auch im richtigen Leben - fängt Disziplin damit an, was du machst, wenn der Wecker klingelt. Springst du aus dem Bett? Oder haust du 10 mal auf den Schlummer-Button?

Disziplin zieht sich - in etwas anderer Weise - auch durch das Leben mit deinen Vögeln. Hast du einen festen Termin jeden Tag mit deinen Tieren zum Training, der immer eingehalten wird, unabhängig davon, ob du müde bist, was Besseres vorhast oder was weiß ich? 

Wie sieht es mit deinen Projekten aus? Schiebst du sie monatelang vor dich hin, anstatt deine Ärmel hochzukrempeln und es einfach zu machen? Mach dir Pläne und halte sie ein! Und wenn es dir schwerfällt, dann gibt es ein paar Kniffe, mit denen man sich helfen kann, bei der Stange zu bleiben. Nicht ohne Grund verwenden Navy Seals drei Wecker statt nur einem. Es gibt keine Ausreden. 

Setze klare Grenzen

11. Disziplin bringt Freiheit

Das ist zwar das gleiche Wort wie im vorherigen Punkt aber anders verwendet. Je disziplinierter du Dinge mit deinen Tieren übst, desto mehr Freiheit bringt das für dich und sie. Ein Vogel der auf Kommando zurück in die Voliere geht, wird mehr Freiflug genießen, als einer, bei dem es jedes Mal ein Affentheater gibt. Ein Vogel, der gelernt hat, dass es bessere Arten der Kommunikation gibt als zu Beißen, ebenso. 

Disziplin bedeutet klare Grenzen für dein Team. Deine Vögel müssen ganz klar wissen, was ok ist und was nicht. Und das lernen sie nur, wenn du es ihnen a) beibringst und b) konsequent bist. Wenn der Vogel manchmal etwas darf und manchmal nicht - woher soll er dann wissen, ob es gerade jetzt ok ist oder nicht?

Diese Ungewissheit führt auch zu einem Vertrauensverlust, da du für ihn unberechenbar wirst. Und das ist eine gute Führungskraft niemals.

Das sind sie also die Extreme Ownership Regeln für Papageien- und Sittichhalter. Ich hoffe, dass du ein bisschen darüber nachdenkst. Das eine oder andere umsetzt und dadurch ein noch besseres Leben mit deinen Papageien und Sittichen schaffst. Es liegt komplett an dir.

Wenn du bis jetzt zugehört hast, dann gehe ich davon aus, dass dir dieser Podcast gefallen hat. Wenn dem so ist, würde ich mich total über eine 5-Sterne Bewertung freuen, denn das hilft anderen, diesen Podcast zu finden. Der direkte Link zur Bewertung ist: sterne.dievogelschule.com

Wenn du deine Gedanken über das Extreme Ownership teilen möchtest, hast du dazu in der Kommentarfunktion hier unten Gelegenheit.

Ich freue mich, von dir zu hören.

Das war „Besser Leben mit Papageien & Sittichen“ ein Podcast von und mit Ann Castro, www.dievogelschule.com

>

Was ist dein größtes Problem mit deinen Papageien & Sittichen?