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Vogelmiere | Tolles Futter für Papageien & Sittiche

Bei meinem letzten Besuch in meinem künftigen neuen Papageienparadies grünte und blühte die ganze Wiese. Bei näherem Hinschauen habe ich auch eine regelrechte Vogelmiere-Plantage entdeckt. Das lässt doch das Herz eines Papageien- und Sittichhalters sofort höher hüpfen. Denn die Vogelmiere ist eine der am meisten unterschätzten Pflanzen. Nicht nur ist sie wesentlich nährstoffreicher als Kopfsalat, sie kann auch fast das ganze Jahr hindurch geerntet werden. Die zarten Blätter können sogar unter der Schneedecke freigelegt werden, sodass unsere gefiederten Mitbewohner und auch wir, das ganze Jahr hindurch frisches und gesundes Grün genießen können.
Vogelmiere Futter für Papageien und Sittiche

Wo findet Ihr die Vogelmiere?

Die Vogelmiere soll es schon seit der Steinzeit geben. Sie ist in unseren Breiten so gut wie überall vorzufinden. Dabei findet die Vermehrung hauptsächlich durch die Samen statt, von denen eine einzige Pflanze bis zu fünfzehntausend Stück hervorbringen kann. Ihr könnt die Vogelmiere gut an Wegrändern, auf Äckern und in Gärten finden. Dabei müsst ihr natürlich darauf achten, dass die Pflanzen nicht mit schädlichen Stoffen belastet sind. An dicht befahrenen Straßen, auf Hundewiesen oder in Gärten, wo gespritzt und gedüngt wird, solltet ihr sie lieber nicht einsammeln. Wer ganz sicher gehen möchte, kann die Vogelmiere auch gut in Blumentöpfen auf der Fensterbank ziehen.

Nährstoffe

Die Vogelmiere ist reich an Vitamin A, das für Eure Papageien besonders wichtig ist. Sie enthält außerdem auch viel Vitamin C, ätherische Öle, Flavonoide und die Mineralstoffe Kalium, Kieselsäure, Zink, Phosphor, Magnesium und Kupfer.

Nährstoffe pro 100g essbarem Anteil


Hauptbestandteile
Kalorien kcal Kohlehydrate g
Wasser 91,3 g Eiweiß 1,8 g
Ballaststoffe 2,8 g

Mineralstoffe
Eisen 4600 ųg Kalium 580 mg
Kalzium 150 mg Magnesium 45 mg

Vitamine
Vit. A (Gesamtcarotinoide) 380 ųg Vitamin C 75 mg

Quelle: Souci/Fachmann/Kraut, “Lebensmitteltabelle für die Praxis”, Deutsche Forschungsanstalt für Lebensmittelchemie, 3. Auflage, 2004

Medizinische Anwendungen

Abgesehen vom Nährwert der Pflanze ist die Vogelmiere auch medizinisch nützlich. Gemäß der Volksmedizin soll die Vogelmiere u.a. schmerzlindernd, tonisch, wundheilend, schleimlösend, verdauungsfördernd und harntreibend wirken. Innerlich angewendet findet die Vogelmiere Anwendung bei Rheuma und Arthritis. Äußerlich angewendet, soll sie sowohl bei kleineren Verletzungen als auch bei Hautproblemen heilend wirken. Die Vogelmiere soll auch bei Tumoren und Zysten hilfreich sein.

Angeblich soll ein Kaltauzug der Vogelmiere Fettzellen abbauen. Dazu werden dreißig Gramm Vogelmiere mit einem Liter kaltem Wasser aufgesetzt und mindestens vier Stunden ziehen gelassen. Auch wenn dies nicht wissenschaftlich belegt ist, kann es zumindest nicht schaden. Wer weiß, vielleicht ist dies der Grund warum Wellensittiche so gerne Vogelmiere fressen. Schließlich tendieren sie in der Gefangenschaft stark zu Fettleibigkeit. Möglicherweise ist die verstärkte Aufnahme von Vogelmiere der Versuch Eurer Vögel, sich selber zu helfen.

Wie verwendet Ihr die Vogelmiere?

Die Pflanze kann frisch gegessen aber auch in getrockneter Form verwendet werden. Außerdem könnt Ihr aus der Vogelmiere einen Tee zubereiten. Dafür eignet sich als Methode sowohl das Aufbrühen aber auch der Kaltauszug.

Fazit

Meiner Meinung stellt die Vogelmiere einen wichtigen Beitrag zur abwechselungsreichen und vielseitigen Ernährung Eurer Vögel dar. Wenn Ihr könnt, dann erntet sie frisch aus dem Garten oder Blumentopf. Da etliche der gesunden Bestandteile auch bei Trocknung erhalten bleiben, könnt Ihr Vogelmiere auch getrocknet Eurem Futter beigeben.