Aspergillose der heimliche Killer von Papageien & Sittichen

Aspergillose tut nicht weh. Deshalb wird dieser heimliche Killer unserer Papageien & Sittiche oft über lange Zeit von den Haltern weder erkannt noch behandelt. Leider ended dies oft tödlich für unsere geliebten gefiederten Mitbewohner. Oktober, der Beginn der Heizperiode, ist der ideale Zeitpunkt Deine Papageien & Sittiche auf Aspergillose untersuchen zu lassen und gegebenenfalls mit einer Behandlung anzufangen. Hier sind ein paar mehr Informationen für Dich:

Was ist Aspergillose?

Aspergillose ist eine Erkrankung des Atmungstraktes, die durch verschiedene Arten der Aspergillus-Schimmelpilze verursacht wird. Aspergillose ist weder von Vogel zu Vogel noch zum Menschen übertragbar. Die eigentliche Erkrankung entsteht durch das Zusammenspiel verschiedener Faktoren.

Aspergillose-Pilze kommen überall vor, sind aber insbesondere in Erd- und Zirbelnüssen in der Schale, Körnerfutter und organischer Einstreu in hohen Konzentrationen vorzufinden. Beim Aufknacken von Körnern und Nüssen sowie beim Umgang mit organischer Einstreu kann Sporenstaub aufgewirbelt und vom Tier eingeatmet werden. Ob die eingeatmeten Schimmelpilzsporen zu einer Erkrankung führen, hängt dann größtenteils von der Haltung ab. Da eine perfekte Haltung in der Wohnung so gut wie unmöglich ist, leiden leider sehr viele Papageien an Aspergillose. Haltungsmängel wie zum Beipiel:

  • zu niedrige Luftfeuchtigkeit
  • zu wenig UV-Licht
  • zu wenige Vitamin A

schwächen das Immunsystem Deiner  Tiere und ganz spezifisch auch die Schleimhäute. Auf diesen geschwächten Membranen können sich die Schimmelpilzsporen besonders gut einnisten und fangen dann an, in Lunge und Luftsäcken zu wuchern, bis der Vogel qualvoll erstickt.

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Warum ist Oktober der ideale Vorsorgemonat?

Oktober ist der Monat, in dem traditionell in Deutschland die Heizperiode beginnt. Dies bedeutet:

  • trockenere Luft: was die Schleimhäute schwächt
  • weniger Lüften: was den Keimdruck erhöht
  • weniger abwechslungsreiche Ernährung: was die Versorgung mit Vitamin-A beeinträchtigen kann
  • seltener Zugang Außenvolieren: was zu UV-Mangel führen kann

All dies macht unsere Papageien & Sittiche anfälliger für eine Aspergillose-Erkrankung. Diese Faktoren könnten von Haltern mit ein wenig Mühe ausgeglichen werde. Da sie aber oft nicht wissen, wie wichtig diese Faktoren sind wird nicht das Nötige getan. Die Pilze, die sich bereits im Vogel befinden, wuchern deshalb während der Heizperiode beschleunigt weiter. Deswegen ist die Vorsorgeuntersuchung und gegebenenfalls Behandlung Deiner Papageien & Sittiche zu Beginn der Heizperiode so empfehlenswert und sinnvoll.

Symptome

Symptome kann der Halter bei einer Aspergillose in der Regel erst im fortgeschrittenen Zustand erkennen. Zu diesen gehören: Atemnot, Stimmveränderung, Stimmverlust, Atemgeräusche, Atemnot, Backenblasen, Schwanzwippen beim Atmen, langgestreckter Hals beim Atmen, und dass das Tier den Schnabel im Käfiggitter einhakt, um die Atmung zu erleichtern. Bedingt durch den Sauerstoffmangel kann man bei Arten mit kahlem Gesichtsfeld Hautverfärbungen sehen. So wird die Haut bei Graupapageien zum Beispiel aufgrund des Sauerstoffmangels bläulich, bei manchen Aras hingegen gelblich. Auch eine Dunkelverfärbung der Füße kann in schweren Fällen beobachtet werden. Die Stoffwechselprodukte der Aspergillose-Schimmelpilze sind giftig. Dadurch kann ein aspergillosekranker Papagei regelrechte Vergiftungserscheinungen bekommen. Häufig beobachten Halter zum Beispiel eine vermehrte Ausscheidung von Flüssigkeit (Polyurie), Krämpfe und Gleichgewichtsstörungen.

Diagnose

Da deutliche Symptome erst spät einsetzen, eine Aspergillose-Erkrankung jedoch so früh wie möglich behandelt werden sollte, empfehle ich Dir unbedingt einmal im Jahr – zu Beginn der Heizperiode – eine Aspergilloseuntersuchung bei einem erfahrenen, auf Papageienvögel spezialisierten Tierarzt durchführen zu lassen. Die in Deutschland übliche Methode zur Diagnose einer Aspergillose sind Röntgenbilder in der Frontal- und Seitenansicht des Vogels sowie – wenn nötig -eine endoskopische Untersuchung. Da für eine Endoskopie eine Anästhesie notwendig ist, birgt sie für ein am Atmungstrakt erkranktes Tier ein höheres Risiko. Deshalb wird eine röntgenologische Untersuchung ohne Narkose meist vorgezogen.

Behandlung

Je nach Schwere der Erkrankung wird Aspergillose mit oralen Pilzmitteln oder einer Inhalations-Therapie behandelt. Letzteres ist schonender, da das Mittel nur im Atmungstrakt des Tieres wirkt und Leber und Niere nicht angreift. In schwereren Fällen ist eine Inhalationsbehandlung allein jedoch nicht ausreichend. Da viele Pilzmittel, die Stoffwechselprodukte der Pilze und auch die abgestorbenen Pilze über Leber und Niere ausgeschieden werden und diese angreifen können, sollte parallel zur Pilztherapie auch die Leber- und Nierenfunktion unterstützt werden. Besprich dies mit dem Tierarzt Deines Vertrauens.

Prognose

Die Prognose Aspergillose-kranker Papageien & Sittiche ist gemischt. Eine vollständige Heilung ist meistens nicht möglich, aber Du kannst die Krankheit mit ein bisschen Mühe recht gut in Schach halten. Zu den Maßnahmen, die Du treffen solltest gehören:

  • Optimierung von Haltung & Ernährung
  • regelmäßige Inhalations-Therapie Zuhause nach Abschluss der ersten Behandlung
  • weiterführende Kontrolle und – falls nötig – Behandlung durch Deinen Tierarzt

Eine Aspergillose ist sicherlich nicht schön. Aber Du bist nicht alleine. Die überwiegende Mehrzahl der in Deutschland gehaltenen Papageienvögel ist davon betroffen. Wenn Du die Krankheit zusammen mit Deinem Tierarzt im Griff behältst, kann Dein Vogel trotzdem ein schönes und langes Leben führen. Aber denk‘ bitte dran: Vorsorge ist Pflicht! 😉

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