Sittich und Papageienkäfige – TOP Punkte

Sittich und Papageienkäfige

Gute Sittich und Papageienkäfige sind die Eckpfeiler einer artgerechten Haltung. Leider gibt es im Fachhandel viele für Papageien und Sittiche ungeeignete Käfige zu kaufen. Diese Käfige sind viel zu klein oder enthalten sogar Materialien, die für Papagei und Sittich giftig sind.
Von Verkäufern und in diversen Foren erhalten die Halter von Papageien und Sittichen eine Vielzahl oft widersprüchlicher Informationen, die den Käufer verwirren können. Ich habe deshalb die wichtigsten Punkte bezüglich geeigneter Käfige für Sittiche und Papageien hier für Euch zusammengefasst:

1. Mindestgrößen für Sittich und Papageienkäfige

Für Käfige gilt immer: je größer, desto besser. Schließlich haltet Ihr Tiere, die in der freien Wildbahn täglich etliche Kilometer zurücklegen. Die erforderlichen Mindestgrößen für Sittich und Papageienkäfige liegen NICHT im Ermessen des Halters sondern sind vom zuständigen Bundesministerium festgelegt worden. Pro Paar – Paarhaltung ist ebenfalls Pflicht! – benötigt Ihr mindestens folgende Käfigmaße, zuzüglich täglichem mehrstündigem Freiflug für Eure Papageien und Sittiche:

Die Vogelschule für Papageien & Sittiche | Papagei & Sittich | Sittich & Papageienkäfige Mindestgrößen

Sittich & Papageienkäfige Mindestgrößen. Für jedes weitere Paar kommt noch einmal die Hälfte dazu.
Quelle: Gutachten über die Mindestanforderungen an die Haltung von Papageien, Bundesministerium
– zum Vergrößern bitte auf Bild clicken –

2. Material

Zink ist für Papageien und Sittiche hochgiftig. Deswegen solltet Ihr Eure Tiere auf keinen Fall in verzinkten Käfigen – unabhängig von der Art der Verzinkung! – unterbringen! Was viele nicht wissen: Messing enthält ca. ein Drittel Zink und pulverbeschichtete Käfig enthalten Zink in der Zwischenschicht, um den darunter liegenden Stahl vor Verrostung zu schützen. Deshalb sollte ausschließlich Edelstahl als Käfigmaterial verwendet werden. Es ist auf den ersten Blick teuer, aber schlussendlich wesentlich günstiger als ausgedehnte tierärztliche Behandlungen und möglicherweise sogar der Tod Eurer Tiere.

3. Lage

Wie beim Häuserkauf ist auch bei Käfigen die Lage äußerst wichtig. Die Tiere sollen Unterhaltung und Ruhezonen haben. Ideal ist ein Käfig, der in einer Ecke steht aber in ein Fenster hineinragt. So können die Tiere zur Unterhaltung zum Fenster hinausschauen. Möchten sie ihre Ruhe haben, können sie sich in die Ecke zurückziehen, die durch die Zimmerecke geschützt ist. Außerdem sollte der Käfig auch vor ständigem Laufverkehr sowie Haustieren (Raubtieren) und Kindern geschützt sein. Am Familienleben teilzunehmen ist etwas ganz anderes als ständig belästigt oder gar von einem Raubtier fixiert zu werden. Auf keinen Fall sollte der Käfig in der Küche stehen.

4. Einrichtung

Der Käfig sollte mit Sitzstangen unterschiedlichsten Materials und Durchmessers ausgestattet sein. Das trainiert die Füße und vermeidet Druckstellen oder Fußgeschwüre durch Belastung stets derselben Stelle. Es sollten mindestens so viele Futter- und Trinknäpfe wie Tiere vorhanden sein. Das vermeidet Stress durch Futterneid. Die Sitzgelegenheiten sollten so angebracht sein, dass die Tiere nicht ins Futter oder Wasser koten können.

5. Einstreu

Organische Einstreu (Mais, Buchenholzgranulat & Co.) sollte auf keinen Fall verwendet werden. Sie ist ein hervorragender Nährboden für Aspergillen und andere Keime. Außerdem ist sie unhygienisch, da es so gut wie unmöglich ist, sie täglich zu wechseln. Des beste Bodenbelag sind Zeitungen. Sie sind hygienisch, ungiftig, preiswert und so einfach in der Handhabung, dass sie problemlos täglich gewechselt werden können.

6. Spielzeug

Wer glaubt, er könne zwei Spielzeuge in den Käfig hängen und habe dann einen Monat Ruhe, unterschätzt die Intelligenz unserer Tiere ganz erheblich. Ihr solltet Euch nach und nach eine Spielzeugkiste zulegen, sodass Ihr Spielzeug spätestens alle paar Tage wechseln könnt, damit es nicht langweilig wird. Natürlich müsst Ihr auch darauf achten, dass genügend Spielzeug für alle Tiere im Käfig hängt. Außerdem solltet Ihr auf die Spielzeugvorlieben Eurer Tiere achten und natürlich auch darauf, dass das Spielzeug weder giftige Materialien beinhaltet, noch sonstwie gefährlich für Eure Tiere ist. Zu guter letzt ist die tägliche Kontrolle von Spielzeug Pflicht, denn durch die Benutzung bzw. allmähliche Zerstörung kann ein ungefährliches Spielzeug gefährlich werden.

Ressourcen

Weitere Informationen findest Du in meinem Buch Die Vogelschule. Erste Hilfe für Papageien & Sittiche. Du kannst auch eine Privatberatung mit der Autorin buchen. Bitte lies auch meine anderen Artikel zum Thema Sittich- & Papageienkäfige.
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