Ann Castro – Besser Leben mit Papageien & Sittichen
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Sittich oder Papagei entflogen – wie verhinderst du es?

Sobald die ersten Sonnenstrahlen unsere Haut und unser Gemüt erwärmen, ist es wieder so weit. Rede ich vom Freibad? Nein! Rede ich vom Biergarten? Auch nicht. Ich meine natürlich die Sittich oder Papagei entflogen Meldungen, die sofort beginnen, einzutrudeln. Es ist wirklich zum Mäusemelken. Jedes Jahr genau dasselbe Theater. 

Du kannst dir diesen Text auch als Podcast anhören:

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In dieser Folge

  • Wie du Sicherheitsschleusen einsetzen kannst
  • Worauf du unbedingt achten musst, wenn du Fenster vergitterst
  • Sittich oder Papagei entflogen - trotz Transportbox
  • Womit du bewusstes Handeln erzwingst

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Monatsthema Sittich oder Papagei entflogen

Deswegen möchte ich den Monat März unter das Thema Sittich bzw. Papagei entflogen stellen. Wie kannst du es verhindern? Und wenn es mal passiert ist - Wie kriegst du ihn wieder? 

Das Beste was du in Bezug auf das Thema Papagei entflogen machen kannst, ist, es gar nicht erst so weit kommen zu lassen. Deswegen spreche ich heute über alle Maßnahmen, die du treffen kannst, damit ein Wegflug gar nicht erst passiert. Fangen wir mit deinem Heim an. 

Papagei entflogen durch Schleusen verhindern

In vielen Fällen ist es die Haus-, Balkon- oder Gartentür, durch die der Sittich oder Papagei entflogen ist. Diese kannst du natürlich nicht permanent verrammeln, weil du sie ja brauchst. Deshalb empfehle ich dir, bei solchen Türen nach Möglichkeit Schleusen einzubauen. 

Am sichersten ist eine zweite Tür als Schleuse. Wenn zum Beispiel deine Haustür in einen Flur öffnet, kannst du dort relativ leicht eine zweite Tür einsetzen. Diese muss vor der ersten vom Flur abgehenden Tür eingebaut werden. Es muss also quasi ein toter Bereich sein. Und natürlich muss die Tür auch konsequent geschlossen sein, damit die Schleuse funktioniert. 

Je nach handwerklichem Geschick oder Geldbeutel kann das dann mehr oder minder gut aussehen. Aber hier geht es primär um Sicherheit. Hübsch wäre nett, aber funktionieren tut‘s auch, wenn es nicht ganz so dekorativ ist.

Kompromisse - besser als gar nichts

Wenn du zur Miete wohnst, ist das Einsetzen einer Tür eventuell für dich nicht möglich. Ein Kompromiss, der zwar nicht ganz so sicher wie eine Tür ist, aber zumindest ein wenig Schutz bietet, ist ein blickdichter Vorhang. Blickdicht deshalb, weil es dann weniger spannend für den Papagei oder Sittich ist, auf die andere Seite zu gelangen. Für deine Vögel sollte der Vorhang wie ein unüberwindbares Hindernis also wie eine Wand aussehen. Natürlich sollten sie an diesem Vorhang auch nicht spielen dürfen. Logisch.

Wenn du keine Flur hast, sondern eine Eingangshalle ist das Ganze schwieriger. Zuerst einmal dürfen deine Papageien und Sittiche sich selbstverständlich niemals in dieser Eingangshalle aufhalten. 

Ich erwähne das extra weil, ich vor kurzem mit jemandem gesprochen habe, dessen Voliere in der Eingangshalle steht. Noch besser, seine Papageien hatten dort den ganzen Tag Freiflug. Auf meine Frage, ob das denn nicht ein bisschen gefährlich sei, meinte der Besitzer, er wäre immer ganz vorsichtig, wenn er die Haustür aufschließt. 

Das ist natürlich gnadenloser Leichtsinn. Ich hoffe inständig, dass du ein bisschen mehr Verstand einsetzt. Es ist wirklich nur eine Frage der Zeit, bis solche Leute sich der Papagei entflogen Statistik hinzugesellen dürfen. Es geht hundert Mal gut, bis es eben nicht gut geht. 

Wie kannst du eine Eingangshalle absichern? Im  Idealfall müsstest du eine Art Kasten um die Tür bauen. Hier wäre dann wieder handwerkliches Geschick oder eine tiefer Geldbeutel vonnöten, damit das dir nicht den ganzen Eingangsbereich verschandelt. 
Wenn das nicht möglich ist, kannst du zur Not auch mit U-förmigen Vorhangskonstruktionen arbeiten. Die kennst du vielleicht von Kneipen. Das gibt es um die Eingangstür oft schwere Vorhänge, um die anwesenden Gäste vor Zugluft beim Öffnen der Tür zu schützen.

Jeder Besucher ist eine potenzielle Gefahr

Natürlich könntest du theoretisch alle von der Halle abgehenden Türen konsequent geschlossen halten. Aber erfahrungsgemäß funkioniert das nicht besonders gut. Und schon gar nicht, wenn du nicht alleine lebst. Jeder Besucher kann zur potenziellen Gefahr werden.

Bei diesen ganzen Sicherungsmaßnahmen geht es immer darum, dass sie auch funktionieren sollten, wenn jemand nicht daran denkt. Wenn man immer dran denken würde, gäbe es diese ganzen Papagei entflogen Unfälle nämlich gar nicht erst. Mache es dir und allen anderen also so leicht wie möglich, deine Papageien und Sittiche vor dem Wegflug zu schützen, auch und insbesondere wenn man gerade nicht daran denkt.

Balkon und Gartentüren sind sehr viel schwieriger zu schützen als Haustüren, da oft der Platz für eine Schleuse nicht gegeben ist. Du kannst sie auch nicht einfach wie ein Fenster vergittern, da du ja dadurch musst. Andererseits kannst du sie aber auf keine Fall ungesichert lassen. Es kommt auffallend häufig vor, dass wenn ein Sittich oder Papagei entflogen ist, dies über die Balkontür geschah.

Erzwinge bewusstes Handeln

Also bleibt dir nur übrig das Öffnen so sehr zu erschweren, dass wer auch immer da durch will, es bewusst machen muss. Also salopp gesagt Gehirn an und erst dann Tür öffnen. Besucher und Kinder sollen deshalb diese Türen nur mit deiner Hilfe öffnen können. 

Was heißt das? Diese Türen müssen stets abgeschlossen sein und der Schlüssel abgezogen werden. Der Schlüssel muss so untergebracht werden, dass kein „Unbefugter“ ohne weiteres daran kann. Andererseits, willst du dir auch nicht im Notfall den Zugang zu einem Fluchtweg versperrt haben. 

Du kannst den Schlüssel zum Beispiel oben auf den Türrahmen legen. Dort sehen Uneingeweihte ihn nicht sofort und Kinder kommen nicht so gut dran. Alternativ kannst du den Schlüssel auch an einen hoch angebrachten Haken hinter den Vorgang hängen. Oder sogar mit einer Sicherheitsnadel hoch oben an der Rückseite des Vorhangs befestigen. So hast du den Schlüssel griffbereit, wenn du ihn benötigst, aber andere wissen nicht, wo er ist. 

Riegel statt Schloss

Hat die Tür, die du sichern möchtest kein Schloss, kannst du einen verschließbaren Riegel anbringen. Es gibt diese sehr günstig in Bügel und Vorhängeschloss-Ausführungen und wie immer auch hübscher und teurer. Schau dich einfach mal im Baumarkt um.

Dann gibt es Türen, oder auch Fenster, die gar nicht verwendet werden sollten, zum Beispiel die Balkontür zu einem unvergitterten Balkon im Vogelzimmer. Die kannst du absichern, indem du die Türgriffe abmontierst. 

Das nächste Thema sind Fenstergitter. Dazu habe ich vor einiger Zeit zwei Videos erstellst, in denen ich genau erkläre, wie ich das bei mir gelöst habe. Ich poste dir den Link dazu in die Shownotes. Kurz und knapp, du brauchst einen passenden Rahmen mit Gitter, den du in die Laibung schraubst. Am einfachsten ist es natürlich, wenn du deinem Volierenbauer die Maße durchgibst und ihn basteln lässt.

Günstiger, aber auch mühsamer und zeitaufwändiger ist der Eigenbau. Achte in jedem Fall darauf, dass das Gitter, aus Edelstahl besteht, falls deine Papageien und Sittiche daran klettern sollten. Auch hier droht sonst die Gefahr einer Zinkvergiftung.

Fluchtwege nicht versperren

Bevor du jetzt loslegst und alle Fenster vergitterst, solltest du dir unbedingt Fluchtwege im Falle eines Brandes überlegen. Die müssen begehbar bleiben. Das erreichst du, indem du strategische Fenster gar nicht vergitterst. Wenn du diese Variante wählst, muss du sie natürlich anderweitig sichern - also mit Schloss oder Riegel. Alternativ, kannst du auch Türen in die Fenstergitter integrieren. 

Mit diesen Vorschlägen hast du dein Heim so gesichert, dass Sittich oder Papagei entflogen zumindest dort kein Thema sein sollte.

Aber Papageien und Sittiche kommen auch anderweitig abhanden.

Zuerst einmal sollte ein ungesicherter Papagei oder Sittich niemals mit nach draußen genommen werden. Das heißt, wenn du mit deinem Vogel nach draußen willst, gehört dieser in einen Käfig, eine Transportbox oder - mit vielen Wenns und Abers - in ein Geschirr. Bei Geschirren kann so viel schief gehen und es werden so viele Fehler gemacht, dass ich echt überlegt habe, ob ich sie hier überhaupt aufführe.

Der Vollständigkeit halber mache ich das mal, aber mit dicker Warnung vor den Gefahren. Ich beziehe mich hier ausschließlich auf Sicherungsgeschirre. Also ein Geschirr, das an dir befestigt ist und deinen Vogel absichert, falls etwas Unvorhergesehenes passiert. Zum Beispiel er erschreckt sich. Oder du fällst hin. Oder du wirst ohnmächtig. Solch ein Sicherheitsgeschirr ist nur eine zusätzliche Absicherung. 

Absicherung nicht Trainingsersatz

Also wenn dein Tier bereits richtig gut trainiert ist. Wenn der Vogel sowieso zuverlässig und gerne auf deiner Hand sitzen bleibt. Du also eigentlich im Normalfall das Geschirr gar nicht bräuchtest. Das Geschirr ist nicht als Ersatz für das Training für Ungeduldige oder auch einfach unfähige Halter zu verwenden. Es ist nur eine letzte Absicherung, wenn etwas schief gehen sollte. Du benötigst diese Absicherung, weil du draußen einfach nicht die Kontrolle über die Gesamtsituation hast und etwas passieren kann, womit du nicht gerechnet hast. 

Und wenn du nicht weißt wie das geht, dann hole dir bitte kompetente Hilfe.

Ich rede hier übrigens nicht von Fluggeschirren. Die lehne ich nämlich komplett ab. Ich sage dazu nur „Lunch on a String“ (Mittagessen an der Strippe). Aber das ist noch einmal ein ganz anderes Thema, um das es heute auch nicht geht. 

Bevor wir mit Transportboxen- und Käfigen weitermachen, noch ein kurzes Wort zum Stutzen. Abgesehen davon, dass Stutzen absolut tierschutzrelevant ist, hindert es einen Papagein oder Sittich nicht am Wegfliegen wie wir aus unzähligen Beispielen in den USA sehen können. 

Papagei entflogen durch unsichere Transportboxen

Zurück zu Käfigen und Transportboxen - dem Mittel der Wahl um einen Papagei oder Sittich draußen abzusichern. Selbst wenn du deinen Vogel im Käfig oder in der Transportbox nach draußen bringst, ist er allerdings auch da nicht hundertprozentig sicher. Dass er nicht unbeaufsichtigt bleiben darf ist klar, hoffe ich. Es besteht immer die Gefahr von Diebstahl oder Raubtieren.

Aber darum geht es in diesem Podcast nicht. Ich möchte dich darauf aufmerksam machen, dass immer wieder Sittiche und Papageien aus Transportboxen oder -käfigen entkommen, weil die Türen aufgegangen sind. Sichere also diese Türen doppelt ab. Das ist relativ einfach. Das Simpelste ist, die Öffnung immer an deinen Körper zu halten, sodass die Tür nicht aufgehen kann. Du kannst auch ein altes T-Shirt oder ähnliches stramm über die Box ziehen, sodass der Stoff die Tür am aufschwingen hindert. Und natürlich kannst du die Tür auch mit Schnüren oder Kabelbindern zusätzlich sichern. 

Wenn deine Vögel sich in einer Außenvoliere befinden, muss diese auch abgesichert werden. Im Rahmen der Papagei entflogen Diskussion. Ich spreche hier nicht über andere Gefahren, die es bei Außenvolieren auch gibt. 

Auch Außenvolieren brauchen Sicherheitsschleusen

Genau wie in der Wohnung benötigst du Schleusen in Form von doppelten Türen. Außerdem muss das Material der Voliere so stabil sein, dass kein Papagei es aufhebeln oder sich durchbeißen kann, um in die Freiheit zu gelangen. Es passiert relativ häufig, dass Papageien es schaffen, den Draht vom Rahmen zu lösen und durchschlüpfen. Also sorgfältig bauen und regelmäßig kontrollieren.

Dann musst du die Voliere vor Fremden schützen. Da gibt es leider auch immer wieder mal irgendwelche Idioten, die es witzig finden, Vögel aus Volieren freizulassen. Dagegen musst du deine Vögel absichern. Keine Türen ohne Schlösser. Volieren so aufstellen, dass sie von der Straße nicht gesehen werden können. Den Draht lieber dicker als dünner wählen. Tiere nie unbewacht in der Außenvoliere lassen. Die Tiere Nachts reinholen. Das sind so die wesentlichen Dinge.

Denke und plane vorausschauend

Bei Volieren besteht auch die Gefahr von Naturgewalten. In jedem Winter mit viel Schneefall oder Stürmen sieht man irgendwann einen Bericht von einer Voliere, die eingestürzt ist. Wenn in ein so einer Situation ein Sittich oder Papagei entflogen ist, dann ist die Prognose für seine Überlebenschancen extrem schlecht. Das gilt es also zu verhindern. Durch stabile Bauweise und besonderen Sicherungsmaßnahmen bei drohenden Unwettern, wie zum Beispiel die Vögel ins Haus zu holen.

Zusammenfassend gibt es also viel, was du tun kannst um sicherzugehen, dass deine Vögel nicht auf die Papagei entflogen Liste kommen. Plane und handle vorausschauend. Benutze deinen gesunden Menschenverstand. Sei lieber zu viel als zu wenig vorsichtig. Gehe keine unnötigen Risiken ein. Damit deine Vögel noch lange und glücklich bei dir leben können.  

Lerne viel, hab' Spaß und genieße dein Wochenende mit deinen Gefiederten. 😉❤

Ann "keine Risiken!"  Castro. 😀❤️

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