Was kannst du tun, wenn dein Papagei oder Sittich beißt?

Wenn ein Papagei oder Sittich beißt, ist das nicht nur unschön und schmerzhaft für den Halter, es ist auch furchtbar für den Vogel. Die Lebensumstände eines beißenden Tieres verschlechtern sich oft massiv:

  • Aggressive Papageien und Sittiche werden aus Angst seltener – oft auch gar nicht mehr – zum Freiflug aus dem Käfig gelassen.
  • Die Abwehr eines angreifenden Vogels kann unabsichtlich zu schweren Unfällen und Verletzungen des Tieres führen.
  • Erziehungs- und Bestrafungsmaßnahmen sind in der Regel schlichtweg „schön geredete“ Misshandlungen.

All dies trägt nichts zur Problemlösung bei sondern verschärft in aller Regel die Problematik. Ein glücklicher Papagei, der sich wohlfühlt, geistig und körperlich gut ausgelastet ist, keine Angst hat und nicht bedrängt wird, beißt nicht. Wenn ein Papagei oder Sittich allerdings gelernt hat, dass Beißen das einzige funktionierende Kommunikationsmittel im Umgang mit Menschen ist – muss er dies mit unserer Hilfe wieder „entlernen“.
Ich gebe Dir hier 10 Tipps für beißende Papageien & Sittiche:

1. Vogelkundigen Tierarzt besuchen

Beissen und Aggressionen können gesundheitliche Ursachen haben, z.B. Schmerzen. Eine gründliche Untersuchung verschafft Klarheit. Gehe dafür unbedingt zu einem erfahrenen vogelkundigen Tierarzt, der über die notwendige diagnostische Kompetenz verfügt.

2. Beobachte Deinen Papagei oder Sittich

Nimm Dich zurück und beobachte Deinen Papagei oder Sittich, um die Auslöser des Beißens zu verstehen. Ein Beiß-Journal hilft beim Überblick. Wie ein Beiß-Journal erstellt wird, kannst Du in meiner gratis eBroschüre ABC-Analyse: Wenn Papagei & Sittich beißt oder schreit oder detaillierter in meinem Beißen & Aggressionen Buch nachlesen.

3. Vermeide Bisse Deines Papageis oder Sittichs

Beißen ist selbstverstärkendes Verhalten. Du musst also vermeiden, gebissen zu werden! Gleichzeitig trainiert Dich dies, den Komfortabstand Deines Papageis oder Sittichs kennen- und respektieren zu lernen.

Papagei & Sittich beißt Hand

4. Ungewolltes Verhalten ignorieren

Nach einem Biss musst Du Deinen Vogel sofort abschütteln oder absetzen (letzteres falls er nicht fliegen kann). Papageien und Sittiche sind hervorragende Beobachter von Mimik, Körpersprache, ja selbst Atmung und Pupillenreaktionen. All dies kann verstärkend wirken. Drehe ihm deshalb unmittelbar den Rücken zu und verlasse wortlos den Raum, damit Du ihn nicht auch noch ungewollt durch Deine Reaktion belohnst.

5. Keine unabsichtlichen Belohnungen

Wenn Dein Papagei oder Sittich jemanden gebissen hat darfst Du nicht lachen! Du darfst auch nicht „Nein!“ oder „Böser Vogel!“ schreien. Bringe ihn nicht zu seinem Käfig. All dies ist Drama und Aufmerksamkeit, die als unbeabsichtigte Belohnungen für Deinen Papagei oder Sittich wirken und somit das unerwünschte Verhalten verstärken könnten. Dies gilt selbstverständlich auch für Familienmitglieder, Mitbewohner, Freunde und Gäste.


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Bücher zur Problemlösung von Beißen & Aggressionen

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6. Respektiere seine Grenzen

Papageien und Sittiche beißen häufig, weil Halter ihre Ängste ignorieren und sie bedrängen. Hierbei entscheidet die Empfindung Deines Vogels und nicht die von Dir! Du musst unbedingt darauf achten, die „Intimsphäre“ Deines Vogels zu respektieren.

7. Flugfähigkeit

Wenn Vögel nicht fliehen können, müssen sie kämpfen. Papageien & Sittiche hören oft spontan und von sich aus auf zu beißen, wenn sie die Möglichkeit erhalten, zu fliegen und somit zu fliehen.

8. Ersatzverhalten üben

Trainiere mit Deinem Papagei oder Sittich alternative Verhaltensweisen ein, die Beißen unmöglich machen. In meinem Büchern zum Clickertraining findest Du etliche Anregungen für geeignete Übungen und Anleitung wie Du ein solches Papageientraining durchführen kannst.

9. Überschüssige Energie abbauen

Gib Deinen Papageien und Sittichen die Möglichkeit, sich körperlich und geistig zu verausgaben, zum Beispiel durch Sittich- und Papageientraining, insbesondere Flugtraining, oder Aggressionsspiele. Ein beschäftigter Vogel ist ein braver Vogel.

10. Niemals aufhören zu lieben

Dein Papagei oder Sittich ist mindestens so verwirrt, verletzt, verloren und unglücklich wie Du. Er ist nicht Dein Feind, sondern das Opfer seiner Umstände und hat Dein Mitleid, nicht Deinen Ärger oder Hass verdient! Er hat nicht die Möglichkeit, seine Umstände zu verändern, Du aber schon!


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