Ann Castro – Die Vogelschule
weitersagen ...

Das Leben geht weiter

30-10-2011
Ich habe längere Zeit nichts von mir hören lassen. Das hatte seinen guten Grund.
Dass meine Mutter plötzlich schwer erkrankte, hatte ich Euch geschrieben. Keine Woche später, am 13. Oktober ganz früh morgens, ist sie friedlich im Schlaf verstorben. Das war einfach viel zu schnell. Ja, natürlich, sie war alt. Aber das hatte keiner von uns erwartet. Es ist schwer, das in die richtigen Worte zu fassen. Aber wenn man auf einmal Vollwaise wird – egal wie alt man selbst schon ist – dann zieht das einem ganz schön den Boden unter den Füßen weg, wie ich jetzt erfahren musste. Mein lieber Vater war ja vor zwei Jahren schon verstorben.
Natürlich ist meine Gefühlswelt auch nicht an meinen Tieren spurlos vorübergegangen. Sie sind da sehr sensibel. Ganz besonders schlimm war es bei Pedro, meinem Rotbugara. Er hat eine Vorgeschichte der Selbstverstümmelung. Die von Euch, die mein Erste-Hilfe-Buch gelesen haben, erinnern sich sicherlich an das Bild von ihm mit Riesenkragen und dick bandagierten Füßen. Damals hat er sich selbst so schlimm beknabbert, dass es ihn fast das Leben gekostet hätte. Nur ein Spontanurlaub von zwei Wochen, in denen ich ihn rund um die Uhr bewachte, konnte ihn retten.
Stellt Euch also meinen Schock vor, als ich sah, dass er sich nach einer mehrjährigen Pause jetzt wieder beide Füße blutig genagt hatte. Ich hätte heulen können. Er hat dann einen ganzen Tag auf meiner Schulter verbracht. Wir haben viel geschmust, erzählt und gefuttert. Erstaunlich- und glücklicherweise hat das diesmal gereicht, um sein Verhalten zu stoppen. Angst, dass das Ganze doch noch nicht überstanden ist, habe ich natürlich trotzdem.
Bei allen anderen läuft es im Moment erfreulich “rund”. Natürlich gibt es hier auch immer wieder etwas zu lachen. So zum Beispiel bei Lottchen und ihrem Jungfernflug. Sie ist ja sehr anhänglich und will immer bei einem sein.
Sie hampelte also oben auf dem Käfig herum, während ich am Spülstein stand. Irgendwie fasste sie sich dann ein Herz und flog los. Warum sie dabei die Klopapierhalterung als Landeplatz auserkor ist mir nicht ganz klar – ihr, glaube ich, auch nicht. Kaum hatten ihre Füße die Rolle berührt als diese natürlich tat, was Rollen so tun – sie rollte. Und blupp, saß Lottchen etwas verwundert auf dem Boden. Immerhin fast zwei Meter hatte ihre Flugbahn. Das ist doch wirklich mal ein guter Anfang.
Auch Lizzie musste auf lustige Weise die Erdanziehungskraft letzte Woche kennenlernen. Auch sie rennt einem ja überall hinterher. Mit dem Fliegen klappt es bei ihr allerdings immer noch nicht. Aber Hindernisse können ja auch zu Fuß überwunden werden.
Scarlett und Jack klettern zum Beispiel mühelos die Treppe rauf und runter, wenn sie keine Lust zum Fliegen haben. Ich dachte, es sei eine gute Idee, Lizzie das Treppensteigen beizubringen, ehe ein Unfall passierte. Also habe ich mich drei Treppenstufen unter sie gesetzt und gerufen. Lizzie hampelte hin und her, schickte sich aber nicht an, zu versuchen eine Treppenstufe herunterzuklettern. Hmmmm … Also holte ich ein Schälchen Pinienkerne. Lizzie ist ja unglaublich verfressen und richtig heiß auf diese. Kaum hatte sie die Pinienkerne erspäht, wurde sie auch ganz aufgeregt und ungeduldig. Sie beugte sich über die Treppenstufe, wohl mit dem Ziel ihren Schnabel aufzustützen, um dann die Beine vorsichtig nachzuholen. Nur hat sie das ganz aufgrund ihrer Eile an die Kerne heranzukommen mit etwas zu viel Schwung durchgeführt, sodass sie mehrere Treppenstufen, Kinn voran, herunterrutschte, ehe sie von mir und dem Pininekerneschälchen gebremst wurde. Geschmeckt haben sie ihr trotzdem vorzüglich. Wie schade, dass man in solchen Momenten keine Kamera parat hat.

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Papageienexpertin Ann Castro mit dunkelrotem Ara

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