Ann Castro – Die Vogelschule
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Ein Papageienkäfig zum Kotzen

Papageienkaefig Moenchsittich

Ein Papageienkäfig soll unsere geliebten Sittiche und Papageien sicher verwahren. Leider ist das Gegenteil oft der Fall. Laut einer telefonischen Aussage der Vogelklinik der uni München sitzt zu jedem Zeitpunkt mindestens ein Papagei mit einer unerkannten Zinkvergiftung bei ihnen im Wartezimmer. Wenn diese Vergiftungen unerkannt und unbehandelt bleiben, gehen diese leider oft tödlich aus.

Doch selbst bei Behandlung ist das Problem leider oft nicht gelöst, wenn der Vogel weiter in einem Papageienkäfig sitzt, der freundlich gesagt, eine Giftschleuder für das Tier ist. Seit vielen Jahren lasse ich weder Zink, Messing noch pulverbeschichtete Käfige oder Zubehör in die Nähe meiner Papageien und Sittiche. Ja, Edelstahl ist erst einmal teuer. Aber wenn du bedenkst wieviel Leid und Elend dadurch verhindert werden können- ganz abgesehen von den Tierarztkosten - ist es in der Gesamtrechnung geradezu ein Schnäppchen gegenüber sämtlichen anderen Materialien. 

Nachfolgend möchte ich dir einen Erfahrungsbericht einer Kundin von mir geben. Sabrina hat ihn freundlicherweise verfasst , um andere Papageienhalter aufzuklären und vor dieser Gefahr zu warnen und zu schützen.

Mönchsittich Kursteilnehmerin Sabrina mit Hund

Sabrina Gärtner

Ein wunderschöner Sonntagnachmittag. Kurz vor 14:00 Uhr flattern Lumpi und Azzurra, meine beiden Mönchsittiche, in ihre Voliere, um sich mit Papageienmenü den Magen vollzuschlagen. Ich sitze entspannt auf der Couch, ganz in ein Buch versunken, als ich plötzlich ein komisches Geräusch aus Richtung der Pieper höre. Alarmiert springe ich auf, eile zum Käfig und sehe, wie Lumpi sein Futter erbricht. Mehrmals würgt der kleine Kerl, speit zuletzt nur noch hellen Schleim.

Beim Tierarzt

Zum Glück erreiche ich meinen vogelkundigen Tierarzt und darf trotz des Wochenendes mit Lumpi vorstellig werden. Mit im Gepäck habe ich Proben vom Erbrochenen und dem gefressenen Futter. Nachdem der Tierarzt Lumpi in Augenschein genommen und abgetastet hat, geht es augenblicklich zum Röntgen. Auch das Erbrochene und das Futter werden untersucht, ohne Ergebnis. Mit Verdacht auf eine Metallvergiftung wird mein kleiner Schatz mit Medikamenten und einer Infusion behandelt.

Zu dem Zeitpunkt funktioniere ich nur noch. Unser Tierarzt erklärt mir, dass es sich nur um eine symptomatische Behandlung handelt und dass ich, sollte Lumpi die Nacht überleben, am nächsten Tag unbedingt wieder in die Klinik kommen muss. Die Worte „Es sieht nicht gut aus.“ klingen noch immer in meinem Kopf.

Auf dem Weg in die Apotheke

Wieder zu Hause angekommen richte ich den Krankenkäfig für die Nacht. Tränen rinnen mir über die Wangen. Ich bin verzweifelt, dem Zusammenbruch nahe. Was soll ich nur tun? Panische Angst überrollt mich, ich suche Halt und Hilfe im Forum von ann's world. Auf Empfehlung mache ich mich kurz vor 22:00 Uhr auf den Weg in die Nachtapotheke, um homöopatische Wirkstoffe in Globuliform zu besorgen.
Die nächste Apotheke befindet sich eine halbe Stunde von meinem Wohnort entfernt. Ich habe niemanden, der in der Zwischenzeit auf Lumpi achten kann, die Apotheke will nachts nicht liefern und so mache ich mich selbst auf den Weg. Während der Hin- und Rückfahrt spielen sich in meinem Kopf die schlimmsten Horrorszenarien ab, ich habe Angst, schreckliche Angst.

Die schlimmste Nacht meines Lebens

Nachdem ich den verdatterten Apotheker über die dringende Notwendigkeit der Globuli aufgeklärt habe und mit einem Kopfschütteln bedacht wurde, eile ich nach Hause. Mit mir fährt die Angst, dass Lumpi seinen Kampf womöglich schon aufgegeben hat.

Doch mein kleiner Wicht ist stark, auch wenn man davon in dieser Nacht nichts sieht. Aufgeplustert und teilnahmslos sitzt er in seinem Krankenkäfig, reagiert auf keinen Reiz, wirkt apathisch. Die Nacht verbringe ich in unmittelbarer Nähe zum Käfig, weiche keine Sekunde von Lumpis Seite. Ich kann meine Ängste und Empfindungen nur schwer in Worte fassen. Diese Nacht war mit Abstand die schlimmste meines Lebens!

Der nächste Morgen

Wir haben die Nacht gepackt! Lumpi sieht nach wie vor nicht gut aus, nimmt aber immerhin ein Schlückchen Globuli-Wasser zu sich. Beim Öffnen der Rollläden muss ich beobachten, wie der kleine Mönch sich erneut übergibt. Eine Welle geht durch seinen Oberkörper, er würgt schwer, klarer Schleim tropft von seinem Schnäbelchen. Danach schläft er bei hellstem Sonnenschein und gibt keinen Ton von sich. Die Stille geht mir durch Mark und Bein …

Um 10:00 Uhr treffen wir wieder beim Tierarzt ein. Der kleine Mönch erhält erneut eine Medikamentenspritze und eine Infusion. Den Rest des Tages verbringt er nahezu bewegungslos und hauptsächlich schlafend in seinem Krankenkäfig. Zum Glück habe ich Anns Erste-Hilfe-Buch zur Hand und kann mit den Anweisungen im Buch einen Nährstoffbrei zubereiten. Diesen biete ich Lumpi im Viertelstundentakt an. Erst gegen Abend nimmt der kleine Wicht den Brei an, das Zittern legt sich langsam und er wirkt nicht mehr so extrem aufgeplustert.

Hoffnungsschimmer

Wieder überstehen wir eine schlaflose Nacht. Zum Glück genehmigt mir mein Chef einen weiteren Urlaubstag und so treten wir erneut den Weg zum Tierarzt an. Wir bekommen für fünf Tage Medikamente und motivierende, Mut machende Worte mit.
Langsam scheint es bergauf zu gehen! Lumpi erhält nun lauwarmen Nussbrei, den er zum Glück sehr gut annimmt.

Zweimal täglich wird der kleine Kerl gewogen, um eine etwaige Gewichtsabnahme sofort zu erkennen. Plötzlich kehrt der Hunger zurück und mein Schatz sucht wieder selbstständig den Futternapf auf. Endlich verlässt er auch wieder seinen Krankenkäfig und lässt sich von seiner Azzurra, seiner Partnerin, ausgiebig kraulen und beschmusen.

Auf der Suche

Bereits am ersten Tag habe ich mit der Suche nach einem möglichen Auslöser begonnen. Durch meinen Tierarzt aufmerksam gemacht, wurde ich dann rasch fündig. Man muss nur wissen, was man zu suchen hat. Am Käfig fand ich zwei beschädigte Stellen, mit dem Auge kaum zu sehen. Erst beim Tasten konnte ich die Schäden ausmachen und zwar genau an jenen Stellen, an denen der kleine Mönch gerne rumknabbert.

Papageienkaefig Moenchsittich IMG-2

Foto: Sabrina Gärtner
Kaum zu sehen, die beschädigten Stellen ...

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Foto: Sabrina Gärtner
... du musst ganz genau hinsehen

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Foto: Sabrina Gärtner
Auch Azurra ist heilfroh, dass Lumpi die schlimme Zeit überstanden hat

Tja, ich denke Sabrinas Bericht spricht für sich. Der Papageienkäfig wurde übrigens getestet. Er war ein Markenfabrikat, nicht billig, und wies dennoch stark erhöhte Mengen diverser hochgiftiger Materialien auf wie zum Beispiel die tausendfache Menge an Arsen, das für Kinderspiel zulässig wäre.

Kein Wunder, dass Lumpi darin sterbenskrank wurde. Ich kann mich also Sabrinas inständiger Bitte nur anschließen: Bitte kaufe deinen Sittich- oder Papageienkäfig und jegliches Metallzubehör ausschließlich aus Edelstahl.

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Papageienexpertin Ann Castro mit dunkelrotem Ara

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