Häufige Erkrankungen bei Graupapageien und Amazonen

Ist mein Papagei krank? Wenn ja, wie kann ich ihm helfen?

Diese Frage stellt sich mancher verantwortungsbewusster Papageienhalter. Die Grundlage einer angemessenen gesundheitlichen Versorgung von Papageien ist die jährliche Vorsorgeuntersuchung, die  von einem erfahrenen, vogelkundigen Tierarzt durchgeführt werden sollte.

Davor scheuen jedoch manche Halter zurück, die Stress für ihre Tiere oder auch einfach nur Kosten vermeiden möchte.

Doch wie sieht die Realität aus? Sind solche Vorsorgeuntersuchungen wirklich nötig?

Aufschluss gibt eine Doktorarbeit aus dem Jahr 2003. In dieser Arbeit wurden Daten eines Jahrzehntes ausgewertet, um festzustellen, aus welchen Gründen verschiedene Papageienarten in einer Vogelklinik vorgestellt wurden. Die Ergebnisse sind erschreckend. In vielen Fällen wurden die Vögel den Tierärzten erst dann vorgestellt als für den Halter deutliche Krankheitszeichen zu erkennen waren. Dies liegt vermutlich daran, dass Papageienvögel als Beutetiere ihre Erkrankungen solange verstecken, wie es eben geht. Die meisten Halter sind schlichtweg nicht in der Lage subtile Anfangssymptome zu erkennen, richtig einzuordnen und dementsprechend zu handeln.

Das Resultat bei den Tieren dieser Studie war, dass zum Zeitpunkt des Tierarztbesuchs die jeweilige Erkrankung oft schon so weit fortgeschritten war, dass den Tieren nicht mehr geholfen werden konnte. Dabei gehörten diese Tiere zu den glücklichen, die überhaupt einem Tierarzt und noch dazu einem vogelkundigen vorgestellt wurden. Leider gibt es keine Statistiken über die Dunkelziffer der Papageien, die zu Hause sterben ohne tierärztlich behandelt worden zu sein. Auch gibt es keine Informationen von Papageien, die einem Allgemeintierarzt vorgestellt wurden, der aufgrund seiner Ausbildung nicht in der Lage ist Papageienerkrankungen richtig zu diagnostizieren und zu behandeln. Leider gibt es noch immer viel zu viele Tierärzte, die ihre Ausbildungslücke nicht eingestehen und exotische Haustiere auch nicht an Experten überweisen zum Leidwesen der Tiere und ihrer Halter.

Häufigste Erkrankungen

Sowohl bei Amazonen als auch bei Graupapageien war der mit Abstand häufigste Vorstellungsgrund Aspergillose-Symptome. Von den deswegen in der Klinik vorgestellten Amazonen starben fast ein Viertel noch in der Klinik. Bei den Graupapageien war es sogar fast ein Drittel. Wichtig ist auch, dass die Aspergillose-Symptome im Winter zunahmen. Dies ist leicht nachvollziehbar, den die trockenere Heizungsluft sowie weniger häufiges Lüften begünstigen das Wachstum der Aspergillose-Pilze. Deshalb sollten Papageien unbedingt zu Beginn der Heizperiode im Herbst von einem vogelkundigen Tierarzt untersucht werden.

Weitere häufige Erkrankungen bei Amazonen und Graupapageien waren Lebererkrankungen und Tumore. Diese Erkrankungen darf man jedoch  nicht isoliert sehen. Die Stoffwechselprodukte der Schimmelpilze, die Aflatoxine, sind giftig und stark krebsverursachend. Diese Gifte belasten u.a. die Ausscheidungsorgane, Leber und Niere. Es sollte also nicht weiter verwunderlich sein, dass bei aspergillosekranken Tieren auch Leberprobleme und Tumore häufig anzufinden sind.

Wichtig ist außerdem, dass auch diese Erkrankungen schleichend verlaufen und deshalb für den Halter nur schwer zu erkennen sind. Die logische Konsequenz ist auch hier, dass Ihr unbedingt regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen bei Euren Vögeln durchführen lassen solltet. Nur so können diese Erkrankungen früh genug erkannt werden, dass eine Behandlung die Chance auf Erfolg hat.

Amazonen

Vorstellungsgrund Häufigkeit Todesfälle Davon eingeschläfert
Aspergilloseverdacht 16% 22% 40%
Lebererkrankungen 7% 57% 30%
Verletzungen 7% 28% 78%
Tumore 6%
Augenerkrankungen 5%
Sonst. Atmungstrakt 2%
Chlamydophilose 2%

Graupapageien

Vorstellungsgrund Häufigkeit Todesfälle Davon eingeschläfert
Aspergilloseverdacht 23% 27% 6%
Verhaltensauffälligkeiten 9% 3% 100%
Lebererkrankungen 7%
Tumore 6%
Verletzungen 5%
Kalziummangel 4%
Knochenbrüche 3%

Quelle: Langenecker, M., Retrospektive Untersuchung zur Entwicklung der Artenverteilung und den häufigen Krankheitsbildern bei exotischen Heimtieren im Zeitraum von 1994 – 2003; 2006

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Ann. ❤️

Über die Autorin 

Ann Castro - Expertin für Papageien & Sittiche

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