Ann Castro – Die Vogelschule
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Augen auf beim Papageienkauf

Zehn Dinge, die dir ein Papageienverkäufer niemals sagen wird.

Beim Kauf ihres ersten Papageien machen viele Halter Fehler. Später, wenn sie mehr über diese wundervollen Vögel gelernt haben oder auch handfeste Probleme bekommen, werden diese Fehler zutiefst bereut. Die Halter wünschen sich, dass Ihnen jemand schon vor dem Kauf die Augen geöffnet hätte. Dieser Artikel gibt eine schonungslose Übersicht der Dinge, welche die meisten angehenden Halter von ihrem Papageienverkäufer niemals gesagt bekommen.

1. Es gibt keine leisen Papageien

Ein Papagei, der als leise angepriesen wird, ist vielleicht im Vergleich zu einem anderen Papagei relativ leise. Von „leise“, so wie die meisten von uns dieses Adjektiv verstehen, sind sie jedoch unendlich weit entfernt. Die meisten Papageien erreichen mühelos 70 Dezibel und mehr. Wer ein leises Haustier haben möchte oder empfindliche Nachbarn hat – sollte von Papageien als Mitbewohner Abstand nehmen.

2. Papageien müssen mindestens paarweise gehalten werden

Papageien sind hochsoziale Tiere, die feste Partnerschaften pflegen. Einzelhaltung ist Tierquälerei. Laut einem Gutachten des zuständigen Bundesministeriums müssen Papageien in Deutschland mindestens paarweise gehalten werden, d.h. mit einem gleichartigen und gegengeschlechtlichen Partner

3. Handaufzuchten sind problematisch für Tier und Halter

Die Handaufzucht ist per se Tierquälerei. Die Jungen werden durch Fehlprägung zu seelischen Krüppeln, während die Elterntiere als Brutmaschinen missbraucht werden. Darüber hinaus tendieren Handaufzuchten mit Einsetzen der Geschlechtsreife auffallend häufig zu Problemverhalten wie Beißen, Schreien oder Rupfen. Vogelkundige Tierärzte bestätigen zusätzlich, dass Handaufzuchten krankheitsanfälliger sind als Elternaufzuchten.

4. Gesundheitsbescheinigungen sind oft nicht das Papier wert, auf dem sie stehen

Gesundheitsuntersuchungen werden meist bei Übernahme des Tiere durch den Verkäufer durchgeführt. Bis zu dem Zeitpunkt, zu dem die Tiere an den zukünftigen Halter verkauft werden, sind sie jedoch oftmals etlichen Gesundheits- und Ansteckungsrisiken ausgesetzt, z.B. durch ungetestete andere Vögel in den gleichen Verkaufsräumen, Feriengäste, Besucher und Kunden, die ihre Tiere zur Verpaarung mitbringen. Deshalb gilt: Unmittelbar nach dem Kauf sollte ein erfahrener, papageienkundiger Tierarzte eine umfassende Grunduntersuchung bei dem erworbenen Tier durchführen. Schlimmstenfalls gilt dies vor Gericht als Nachweis, dass das Tier nicht erst beim neuen Halter erkrankte.

5.Das meiste Papageienfutter ist ungeeignet für die Ernährung von Papageien

Leider wissen wir noch immer viel zu wenig über die Ernährung von Papageien in der freien Wildbahn. Aber eins ist sicher: Körnerfutter ist viel zu nährstoffarm, als dass Papageien damit gesund gehalten werden können. Abwechslungsreiche Frischkost stellt sicher, dass Papageien die Vitamine bekommen, die sie benötigen.

6. Handelsübliche Papageienkäfige sind größtenteils völlig ungeeignet für Papageien

Papageien haben ein enormes Platzbedürfnis. In der freien Wildbahn fliegen sie mehrere Kilometer pro Tag. Wieviel Platz ein Papagei mindestens benötigt, ist in Deutschland durch das bereits oben erwähnte Gutachten des Bundesministeriums festgelegt. Die wenigsten Papageienverkäufer haben in ihrem Sortiment Käfige, die diesen Größenanforderungen auch nur annähernd entsprechen. Darüber hinaus werden nach wie vor Käfige aus gesundheitsschädlichem, zinkhaltigem Material (Messing, Zinkvolieren, pulverbeschichtetes Material mit Zink als Korrosionsschutz in der Zwischenschicht) angeboten.

7. Papageien sind unglaublich destruktiv

Auch Papageien, die von ihren Haltern mit frischen Ästen und Spielzeug rundum versorgt werden, betätigen sich gerne eigenständig. Es gibt kaum Papageienhalter, die nicht angenagte Möbelstücke oder Bücher haben, an deren Hemden keine abgebissenen Knöpfe sind oder deren Topfpflanzen nicht zerstört wurden.

8. Papageien machen viel Dreck

Papageien gehen sehr verschwenderisch mit ihrem Futter um und verteilen es weiträumig um ihre Futtersteller herum. Nahrungsmittel werden grundsätzlich geschält – auch solche, die keine Hülsen haben. Beim durchsuchen des Fressnapfes nach besonderen Leckerbissen, fliegt alles, was nicht zusagt, in hohem Bogen auf den Boden. Die Auffangschürzen an Käfigen sind völlig nutzlos.

9. Tierarztbesuche sind zeitlich und finanziell enorm aufwändig

Wirklich gute vogelkundige Tierärzte sind rar. Nicht vogelkundige Tierärzte scheitern oftmals schon an der Diagnose, von der Behandlung ganz zu schweigen. Deshalb nehmen verantwortungsbewusste Papageienhalter oft lange Anfahrten in Kauf, damit ihre Tiere tierärztlich gut versorgt werden.

10. Seriöse Papageienzüchter verdienen kein Geld mit den Vögeln

Züchter, die sich wirklich um ihre Vögel kümmern und sie nicht zur Massenproduktion (Handaufzucht!) missbrauchen, zahlen für ihr Hobby. Je nach Papageienart produziert ein Zuchtpaar, dass seine Jungen selber großzieht, durchschnittlich zwei bis fünf Junge pro Jahr. Mit dem Verkaufserlös können noch nicht einmal die Futterkosten gedeckt werden.

Wer nach dieser Kurzübersicht weitere Informationen möchte, kann diese über unsere Wissensseite und im Forum erhalten.

Die Papageienregeln

1. Wenn es mir gefällt, ist es MEINS!

2. Wenn ich es erreichen kann, ist es MEINS!

3. Wenn ich es im Schnabel halte, ist es MEINS!

4. Wenn ich es erst kürzlich hatte, ist es MEINS!

5. Wenn ich es Dir wegnehmen kann, ist es MEINS!

6. Wenn es MEINS ist, kann es niemals DEINS sein!

7. Wenn ich es zuerst gesehen habe, dann ist es MEINS!

8. Wenn ich es zernagt habe, sind alle Stückchen MEINS!

9. Wenn es aussieht als wäre es MEINS, dann ist es MEINS!

10. Wenn Du etwas hast und legst es hin, dann ist es automatisch MEINS!

11. Wenn es DEINS ist und du denkst es ist gut, dann gib es sofort her, denn es ist MEINS!

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