Ann Castro – Die Vogelschule
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… und dann waren es drei …

27-11-2011
Vor mehreren Jahren habe ich einen dunkelroten Ara namens Sam adoptiert, den ich wortwörtlich aus einem Schneesturm in einer Außenvoliere gezogen habe. Ich weiß nicht genau was seine Vorgeschichte ist, aber er hat unendlich Angst vor Menschen. Es hat mehrere Jahre gedauert, bis er sich von mir am Schnabel streicheln ließ. Mittlerweile kommt er auch auf Zuruf zu mir geflogen, aber zahm geworden ist er bislang nicht. Das hat natürlich auch mit meiner Haltung zu tun. Im Tropenhaus funken bei jedem Annäherungsversuch Jack und Scarlett dazwischen. Außerdem fehlt es mir auch an der Zeit und am Interesse mit ihm gezielt zu trainieren. Auch wenn er sich bei dem bisschen was ich mit ihm übte sehr gelehrig zeigte. Die Tiere sollen ja in der Gruppe glücklich sein und müssen nicht zahm werden, wenn sie nicht wollen. Mir fehlt ohnehin schon die Zeit mit allen, die es möchten, herumzuschmusen. Also übe ich sicherlich nicht Schmusen mit den paar Tieren, die nicht so zahm sind. 😉

Wie dem auch sei, eben gab es im Tropenhaus auf einmal ein Riesentheater. Louise (die kleine, fast blinde Graue) “attackierte” Sam, der sich aus unerfindlichen Gründen in ihre Ecke verirrt hatte. Die “Attacke” muss man relativ sehen, da sie darin bestand, dass Louise mit aufgesperrtem Schnabel um Sam herumtanzten. Getan hat sie im nichts, aber er schrie als ob er gerade massakriert würde. Das konnte ich aber erst sehen, nachdem ich hineingestürzt bin, um sein Leben zu retten. 😀 Keine Ahnung was los war. Aber da er am Boden saß und keine Anstalten machte, wegzufliegen, beschloss ich, ihn einzufangen. Diese seltene Gelegenheit musste ich doch nutzen, um ihn mal für einen Checkup zum Tierarzt zu bringen.

Er fand’s nicht wirklich witzig und hat sich gewehrt, was das Zeug hält. Jack und Scarlett machten auch ein Affentheater. Sam ist dann den Futterkäfig hochgekletter, sodass ich ihn dort schlussendlich kriegen konnte. Am Boden war es nämlich gar nicht so einfach mit dem drehbaren Hals. Ich wollte ja seinen Kopf erwischen, ohne dass ich gebissen werde, aber der drehte sich immer mit. Am Käfig hielt er sich mit dem Schnabel fest, sodass sein Kopf mehr oder minder still hielt. Ich ihn also geschnappt, Schnabel und Krallen vom Gitter losgepopelt und in mein Arazimmer (früher auch mal bekannt als mein Schlafzimmer und Büro :D) gesetzt. Dort leben ja derzeit auch Ms. Lizzie und Mr. Darcy. Nachdem bei den beiden nicht gerade die große Liebe ausgebrochen ist, Sam aber immer an Lizzie großes Interesse zeigt, wenn ich sie ins Tropenhaus mitbringe, dachte ich, es sei eine tolle Gelegenheit, dass sie sich mal näher kommen können. Lizzie kann ja leider immer noch nicht fliegen, sodass ein Umzug ins Tropenhaus für sie derzeit noch nicht in Frage kommt.

Habe eben telefoniert und mich dazu oben im Arazimmer aus Sofa gegammelt. Lizzie und Mr. Darcy wollten natürlich sofort schmusen. Sam blieb eher ein wenig skeptisch. Aber immerhin hat er sich von mir aufs Schnäbelchen knutschen lassen und ein paar Pinienkerne schnabuliert. Ist für ihn natürlich schon alles recht ungewohnt. Für ihn ist übrigens ein Weibchen (älter und geschlechtsreif) eingeplant, die in den Weihnachtsferien hier einziehen soll. Also wenn es mit Lizzie nicht funken sollte, die ja noch sehr jung ist, wird er trotzdem hoffentlich bald frisch verliebt sein. Wenn Miss Lizzie und er sich verlieben, kann die neue Dame sich an Mr. Darcy heranschmeißen. 😉 Schaun mer mal, wie’s weiter geht.

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Papageienexpertin Ann Castro mit dunkelrotem Ara

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