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Schrei-Vogel? Sittich & Papagei Schreien abgewöhnen - das Wichtigste auf einen Blick:
- Nicht alle Papageien-Geräusche weisen auf einen Schrei-Vogel hin: Wellensittich-Gezwitscher & Co. können auch ganz normale natürliche Lautäußerungen deiner Vögel sein.
- Typische Anzeichen dafür, dass dein Vogel zum Schrei-Vogel wird: häufiger, lauter, länger als zuvor
- Schreien bei Papageien & Sittichen wird oft durch unbeabsichtigte Belohnungen verstärkt (z. B. Aufmerksamkeit, Spielen, Leckerli)
- Papagei schreit ständig – die Verstärker sind oft wichtiger als die Ursache
- Frühzeitiges Eingreifen ist entscheidend — Probleme mit Schreien verschlimmern sich über die Zeit
- Wichtigster erster Schritt: Gesundheits-Check beim vogelkundigen Tierarzt
- Erfolgreiche Lösungsansätze berücksichtigen: Training, Haltungsoptimierung, Verhalten des Halters
Sittich- & Papageien-Geräusche können nerven. Tatsächlich ist die Frage: "Wie kann ich meinem Sittich oder Papagei Schreien abgewöhnen?" eine der häufigsten Anliegen verzweifelter Halter in meiner Beratungs-Praxis. Dabei ist die Größe des jeweiligen Schrei-Vogels für die Betroffenen meist unerheblich. Für manche Halter - und deren Nachbarn und Familien - ist ständiges Wellensittich-Gezwitscher genauso unerträglich wie für andere lautes Ara Gebrüll. Es droht Ärger mit der Familie und den Nachbarn und sogar der Verlust der Vögel.
Lies hier, was du tun kannst, damit auch dein Schrei-Vogel endlich leiser wird und sich Wellensittich-Gezwitscher und andere Papageien-Geräusche normalisieren. Weiterlesen ...
Du suchst Hilfe, weil dein Vogel Angst vor lauten Geräuschen hat? Das ist ein anderes Thema, schau hier: 👉 Lärmtraining für Papageien & Sittiche: nie mehr Angst vor lauten Geräuschen!
Mehr Artikel über Probleme und das Sittich- & Papageientraining findest du hier.

Warum solltest du schnell Handeln, wenn du einem Sittich oder Papagei Schreien abgewöhnen willst?
Wenn du einem Sittich- oder Papagei Schreien abgewöhnen willst (oder musst), solltest du so schnell wie möglich handeln. Jede Verzögerung kann die Problemlösung erschweren und zeitaufwändiger machen.
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Typisches Beispiel: Eine verzweifelte Papageienbesitzerin, kontaktierte mich wegen eines “Riesenproblems”. Ihr Nachbar würde sie in weniger als einer Woche vors Gericht schleppen, weil er so genervt vom Geschrei ihrer Aras in der Außenvoliere sei. Das ist eine sehr schwierige Situation. Denn, bis es soweit gekommen ist, hat es sicherlich einige Zeit gedauert. Zeit, in der sich das Problem entwickeln und immer schlimmer werden konnte und Zeit, in der der Nachbar sich sicherlich mehrfach erfolglos beschwert hat, bis ihm kein anderer Ausweg mehr einfiel.
Zeit, in der die Halterin mit gezieltem Training das Problem hätte lösen können.
Ein Schrei-Vogel entsteht nicht über Nacht
Ein Schrei-Vogel - also Schreien als Problemverhalten - entsteht sich nicht plötzlich aus dem Nichts. Die Aras in unserem Beispiel mussten die Gewohnheit non-stop zu schreien, erst einmal entwickeln. Mit Sicherheit wurde das Schreiverhalten von der Besitzerin – unabsichtlich natürlich – belohnt und somit verstärkt. Das geschieht häufig, wenn die Halter versuchen, ihre Vögel vom Schreien abzubringen, indem sie:
- selbst schreien, “Nein” brüllen zum Beispiel
- das Verhalten unterbrechen, also Aufmerksamkeit schenken
- oder gar Leckerli oder Spielzeug geben, um das Schreien zu unterbrechen
Viele Reaktion der Halters und anderer Menschen im Umfeld verstärken das unerwünschte Verhalten. Die Zeitspanne, in der dieses Verhalten verstärkt wird, festigt es. Das heißt, je länger dieses Verhalten angedauert hat, desto hartnäckiger ist es. Das heiß für uns: Desto schwieriger ist es abzustellen und desto länger dauert es. Dies ist keine gute Voraussetzung, wenn das Umfeld schon hochgradig genervt ist und mit dem Gang zum Gericht droht oder von dir verlangt, deine Vögel abzugeben.
Warum solltest du Beschwerden über Sittich- & Papageien-Geräusche sofort ernstnehmen?
Je länger sich dein Nachbar, Mitbewohner, Familienmitglied Sittich- & Papageien-Geräusche gestört und in seiner Beschwerde von dir nicht ernstgenommen fühlt, desto verärgerter wird er. Das bringt einen fürchterlichen Druck in die Situation, die es für dich schwieriger macht, das Problem zu lösen. Wenn du hingegen auf die erste Beschwerde proaktiv reagierst, kannst du die Situation oft lösen, bevor sie völlig eskaliert.
Warum nehmen viele Halter Beschwerden über ihre Schrei-Vögel zunächst nicht ernst?
Leider nehmen viele Halter die ersten Beschwerden über ihre Schrei-Vögel häufig zuerst nicht ernst. Sie finden, dass die Beschwerde übertrieben ist oder sie hoffen, dass sich das Problem von selbst löst. Dies liegt meist daran, dass der Halter nicht weiß, wie er ungewollte Sittich- oder Papageien-Geräusche mindern kann. Also verfolgt er eine Vogel-Strauss-Strategie. Dass dies auf Dauer keine Lösung ist, liegt auf der Hand.
Empfohlene Ressourcen zum Schreien
Endlich wieder Ruhe – mit dem richtigen Plan
Die Vogelschule-Mitgliedschaft gibt dir alles, was du brauchst: beide Kurse (Einführung + Workshop Schreien & Kreischen) und wöchentliche Gruppen-Coachings – damit du das Schreien Schritt für Schritt in den Griff bekommst und wieder Harmonie in dein Leben kehrt.
Wieso eskalieren solche Schrei-Vogel-Situationen?
Da der Halter aber nicht weiß, wie er das Schreien abstellen kann, werden diese Gespräche immer gereizter. Der Halter versucht sich zu verteidigen, und der Nachbar will endlich Ruhe haben. Er fühlt sich in seinem Anliegen ignoriert. Seine Beschwerden werden immer deutlicher bis er keinen anderen Ausweg sieht als Hilfe von offizieller Stelle zu holen.
Wann ist die beste Zeitpunkt etwas gegen störende Sittich- & Papageien-Geräusche zu unternehmen?
Der richtige Zeitpunkt, etwas gegen störende Sittich- & Papageien-Geräusche zu unternehmen, ist die allererste Beschwerde. Denn zu diesem Zeitpunkt ist der Nachbar noch einigermaßen entspannt und kooperationswillig. Und du hast genug Zeit, das Problem zu lösen, bevor die Situation bis zum Gerichtsverfahren eskaliert und die Fronten so verhärtet sind, dass die Lage ausweglos ist.
Einen Schrei-Vogel zu therapieren geht nicht über Nacht
Natürlich kann ein Schrei-Vogel therapiert werden, sodass er nicht mehr ständig, grundlos schreit. Aber es braucht seine Zeit.
In unserem Beispiel lagen Monate zwischen der allerersten Beschwerde des Nachbarn und dem Gang vors Gericht. Superschade, dass die Halterin diese Zeit nicht genutzt hat, um kompetente Hilfe zu suchen, da sie offensichtlich nicht das Wissen und die Fähigkeiten hatte, das Schreien im Alleingang zu lösen, sondern alles nur noch schlimmer gemacht hat.
Dein Sittich oder Papagei schreit ständig? Nutze die Zeit!
Mit nur wenigen Tagen bis zum Gerichtstermin und einem sehr aufgebrachten, unkooperativen Nachbarn ist der Zug für diese Halterin leider abgefahren. Es ist einfach nicht genug Zeit vorhanden, um die Katastrophe abzuwenden. In solchen Fällen ist die Wahrscheinlichkeit leider hoch, dass das Gericht festlegt, dass die Vögel im Haus gehalten oder – schlimmstenfalls – sogar abgegeben werden müssen. Was für ein Albtraum!
Falls du dich in einer ähnlichen Situation befindest, hoffe ich, dass dieses Beispiel dich dazu motiviert, sofort etwas zu unternehmen!

Dein Sittich oder Papagei schreit ständig? Bitte verschenke nicht deine Chance!
Dein Sittich oder Papagei schreit ständig? Die Nachbarn beschweren sich schon? Abwarten ist das Schlimmste, was du jetzt machen kannst. Schreien als Problemverhalten löst sich in der Regel nicht von selbst. Im Gegenteil! Es wird mit der Zeit immer schlimmer und schwieriger zu lösen. Die Situation wäre für die Halterin der beiden schreienden Aras ganz anders gewesen, wenn sie sich direkt am Anfang um das Problem gekümmert hätte:
- Bei frühem Eingreifen hätte das Schreien schnell wieder abgestellt werden können
- Das Schreiverhalten hätte sich niemals bis zu diesem Extrem entwickelt
- Das Schreien, das die Vögel sich bereits angewöhnt hatten, hätte massiv verbessert werden können
- Der Nachbar hätte ihre Bemühungen, das Problem in den Griff zu bekommen bemerkt (eventuell mit einer Flasche Wein, einem netten Briefchen und Ohrstöpseln, um ihn bis zur Problemlösung zu besänftigen – Kommunikation ist ALLES!) und der Streit wäre vielleicht nie soweit eskaliert
- Abgesehen vom Training hätten wir auch andere Maßnahmen implementieren können, um die Lärmbelästigung des Nachbarn zu minimieren
Die Halterin entschied sich, nichts zu unternehmen und die Dinge nahmen ihren Lauf.
Frühes Eingreifen hilft bei jedem Verhaltensproblem, nicht nur bei eskalierenden Papageien-Geräuschen!
Ich hoffe sehr, dass du klüger handelst, wenn sich mögliche Probleme – nicht nur Schreien – bei deinen Tieren abzeichnen, und du frühzeitig etwas dagegen unternimmst, bevor es ein katastrophales Problem geworden ist.
Das bringt uns zu der Frage, was du unternehmen kannst, wenn du bemerkst, dass deine Vögel anfangen, immer schlimmer zu schreien. Wie kannst du Sittichen oder Papageien Schreien abgewöhnen? Doch zuerst, lass uns kurz über die Anschaffung von Papageien und Sittichen sprechen. Denn ich bekomme häufig Anfragen von Menschen, die gerne Vögel halten würden und mich fragen, welche Papageien und Sittiche denn besonders leise sind.
Das ist deshalb so wichtig, weil diese Vögel immer laut sein werden. Ja, du kannst deinen Sittichen und Papageien übermäßiges sinnloses Schreien abgewöhnen. Aber sie werden niemals ganz still sein. Das wäre so, als ob du nie mehr sprechen dürftes. Das ist ein unsinniges und tierschutzrelevantes Ansinnen.

Gibt es also leise Papageien & Sittiche?
Wenn du dir noch keine Vögel angeschafft hast und dich hier vorab über leise Papageien & Sittiche informieren möchtest: Super! Gut gemacht. Leider stolpern viele Tierfreunde ziemlich unvorbereitet in die Haltung von Papageien & Sittichen hinein. Das böse Erwachen kommt dann schnell.
Nicht bei Verkäufern informieren
Zuallererst ist es wichtig, sich die Informationen zum Sittich- oder Papageienkauf nicht beim Verkäufer, sei es Zooladen oder Züchter zu holen. Denn dort gibt es einen Interessenkonflikt. Der Verkäufer will verkaufen. Er wird also in der Regel die Vorteile der Sittich- und Papageienhaltung hervorheben und die Nachteile abmildern oder sogar ganz unter den Tisch fallen lassen.
Wenn du dich über die Anschaffung von Sittichen & Papageien informieren möchtest, dann lies bitte diesen Artikel: 👉 Sittiche & Papageien kaufen oder adoptieren – So machst du es richtig!
In der Regel hat der Verkäufer auch nicht jahrelang mit genau dieser Sittich- oder Papageienart als Haustier zusammengelebt. Kann also gar nicht beurteilen, geschweige denn dich beraten, wie denn das Zusammenleben wirklich ist.
Es gibt keine wirklich leise Papageien oder Sittiche
Wenn jemand dir einen leisen Sittich oder Papagei empfiehlt, dann ist das relativ zu betrachten. Ist ein Wellensittich leiser als ein Ara? Ja klar. Ist er leise verglichen mit einem - sagen wir mal - Meerschweinchen? Nein natürlich nicht! Die Frage, "Welche Papageien sind nicht so laut?" ist also eindeutig nicht die Richtige.
Außerdem ist auch nicht nur die absolute Lautstärke sondern auch die Dauer des noch so leisen Zwitscherns wichtig. 12 Stunden am Tag zugezwitschert zu werden ist für manche nerviger als ein lautstarkes, dafür aber kurzes Tag begrüßen und verabschieden. Vergiss auch nicht, dass dein Vogel sich, wenn er aufgeregt ist, auch durchaus mal wie eine Alarmanlage anhören kann. Das musst du (und deine Nachbarn!) wegstecken können.
Hinzukommt, dass Lärmempfinden relativ ist. Jemand, der in einer Großfamilie auf dem Bauernhof mit vielen Tieren lebt, wird das Schreien als nicht so schlimm empfinden. Jemand, der alleine und absolut ruhig wohnt, nimmt das Schreien ganz anders wahr.
Schreien live erleben
Das Beste, was du machen kannst, ist VOR dem Kauf Halter der gewünschten Art Zuhause zu besuchen oder noch besser, dich als Tiersitter anzubieten. So kannst du erleben, wie es ist, wenn man sich unterhalten möchte, aber die Vögel gerade völlig aufdrehen. Vielleicht merkst du dann, dass Sittiche und Papageien nichts für dich sind. Oder du empfindest ihre Lautäußerungen wie Urlaubsmusik. Jeder ist da anders.
Natürliches Schreien kannst und solltest du nicht abgewöhnen
Wir reden hier wohlgemerkt von natürlichen Lautäußerungen der Vögel nicht von Problemverhalten. Natürliches Schreien kannst und solltest du deinen Sittichen oder Papageien nicht abgewöhnen. Das funktioniert nicht!
Warum schreien Papageien & Sittiche?
Schreien ist für Papageien & Sittiche wie Sprechen. Sie teilen sich durch Schreien oder mehr oder minder lautes Zwitschern und andere Lautäußerungen mit. Zum Beispiel: Wenn dein Papagei schimpft - dann schreit er. Wenn dein Sittich Musik hört und mitmachen will, wird er laut zwitschern. Ruft dein Vogel seine Schwarmmitglieder, dann wird er schreien.
Wie Lärmtolerant ist dein Umfeld?
Aber auch wenn Schreien natürlich ist, kann es nerven. Ich denke, es ist klar, dass du dir, falls du auch nur im geringsten lärmempfindlich bist, keine Papageien oder Sittiche zulegen solltest. Aber du kannst natürlich auch nicht nur an dich selbst denken. Wie lärmempfindlich sind deine Mitbewohner und deine Nachbarn? Es hat durchaus schon Streitigkeiten gegeben wegen Wellensittichen in der Nachbarwohnung.
Auch wenn du solch eine Überempfindlichkeit dumm und intolerant findest. Den Ärger hast du. Deine Vögel müssen es möglicherweise ausbaden, wenn du deswegen in Gefahr bist, deine Wohnung zu verlieren und du stattdessen deine Vögel abgibst. Das kommt leider häufig genug vor.
Kannst du deinem Sittich oder Papagei das Schreien abgewöhnen?
Wie oben beschrieben unterscheiden wir zwischen normalen Lautäußerungen und Problemschreien. Schreien als Problemverhalten können wir Sittichen & Papageien abgewöhnen. Dies erreichen wir mit einer Kombination aus Training, Beschäftigung, Änderung unseres eigenen Verhaltens und Haltungsoptimierung. Mehr dazu unten bei meinen: 👉 10 Top Tipps bei schreienden Papageien & Sittichen.
Sittiche & Papageien haben ein Recht auf "Sprechen"
Normale Lautäußerungen - also Sprechen für Papageien & Sittiche - abzugewöhnen geht nicht. Das wäre ja so als wolltest du deinen Mitmenschen das Reden verbieten. Das wäre nicht fair. Aber was ist normal? Wann überschreiten wir die Grenze zum Problemverhalten?

Wann ist Schreien bei Sittichen & Papageien überhaupt ein Problemverhalten?
Eine klare Definition darüber, wann Schreien bei Papageien & Sittichen ein Problemverhalten ist, gibt es nicht. Aber wir können es mit folgenden Fragen eingrenzen:
Schreit dein Papagei oder Sittich anders als früher?
Vergleiche das Schreien deines Vogels mit der Vergangenheit: Schreit er lauter? Länger? Zu anderen Tageszeiten?
Schreit dein Vogel anders als andere seiner Art?
Vergleiche das Schreien deines Papagei oder Sittichs mit den anderen Vögeln in deinem Schwarm. Tausche dich mit anderen Haltern aus. Ist das Schreien deiner Vögel anders?
Schreit dein Papagei oder Sittich situationsbedingt?
Schreit dein Papagei oder Sittich in bestimmten Situation? Zum Beispiel, wenn du nach Hause kommst. Oder, wenn du Besuch hast. Oder wenn du telefonierst?
Schreit dein Vogel, um dein Verhalten zu ändern?
Dieser Punkt hat Ähnlichkeit mit dem Situationsbedingten Schreien, gibt uns aber Hinweise auf dein Verhalten. Wenn dein Vogel schreit, damit du etwas machst, ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass du das Schreien durch dein Verhalten belohnt hast.
Ist das Schreien mit der Zeit häufiger, lauter oder länger geworden?
Ein Verhalten, das sich nicht lohnt, wird eingestellt. Steigert sich ein Verhalten, dann liegt es daran, dass es sich für das Lebewesen lohnt. Das heißt, das Schreien deines Papageis oder Sittichs wird irgendwie verstärkt.
Wenn deine Antwort auf zwei oder mehr dieser Fragen "ja" ist, handelt ist sich mit hoher Wahrscheinlichkeit um Schreien als Problemverhalten. Die schlechte Nachricht ist, dass du (oder der Vorbesitzer, Mitbewohner, etc.) ihm das Schreien regelrecht beigebracht hast. Die gute Nachricht ist, dass du ihm das Schreien auch wieder abgewöhnen kannst. Lies weiter, um zu erfahren, welche Tipps dir helfen können.
10 Top Tipps bei schreienden Papageien & Sittichen
Was kannst du tun gegen schreiende Papageien & Sittiche? Hier ist meine Liste:
1. Vogelkundigen Tierarzt aufsuchen
Verhaltensprobleme können medizinische Ursachen haben. Eine tierärztliche Untersuchung ist deshalb immer der erste Schritt. Wenn dein Vogel sich unwohl fühlt oder gar Schmerzen hat, wird er unausgeglichen sein. Schreien ist dann häufig die Konsequenz.
2. ABC-Analyse für Probleme mit dem Schreien
Beobachte Deinen Vogel, um zu verstehen, was das Schreien auslöst und womit es versehentlich verstärkt wird. Führe ein Schreitagebuch dazu. Wenn du einige Zeit beobachtet hast, dann führe eine ABC-Analyse durch, um die Auslöser und Verstärker des Schreiens bei deinen Papageien & Sittichen besser zu verstehen und abzuschaffen.
3. Keine (unabsichtlichen) Belohnungen
Schreien bei Papageien & Sittichen darf sich niemals lohnen. Das heißt, wenn dein Vogel schreit, darfst du nicht versuchen, ihn zu beruhigen. Du darfst ihn auch nicht ausschimpfen. Benimm dich so als ob du das Schreien gar nicht hörst.
Also: Rufe nicht “Ruhe!”. Versuche nicht, deinen Vogel zu beruhigen. Gib deinem Vogel auch keine Leckerli oder Spielzeug, um ihn abzulenken.
4. Ignoriere das Schreien
Falls du dich im gleichen Raum wie deine schreienden Papageien oder Sittiche befindest, dann drehe deinen Vögeln den Rücken zu und verlasse den Raum wenn einer von ihnen schreit. Warte bis sie aufhören. Wenn du glaubst, es nicht ertragen zu können, dann verwende am besten Ohrstöpsel.
5. Belohne gutes Verhalten
Erwische erwünschtes Verhalten und belohne es mit Aufmerksamkeit, Lob & Leckerlis. Erwünschtes Verhalten bei schreienden Papageien & Sittichen ist immer ruhiges Verhalten. Ruhig sein muss sich mehr lohnen als Schreien. Zusätzlich kannst du Ersatzverhalten, wie zum Beispiel mit einem Glöckchen zu bimmeln belohnen. Dies und andere Tricks kannst du deinen Vögeln mit Clickertraining beibringen.
6. Erfülle soziale Bedürfnisse
Schreien beginnt oft als Kontaktruf einsamer Vögel. Ein Papagei oder Sittich, dessen soziale Bedürfnisse erfüllt werden, muss nicht schreien. Dieser Punkt hängt eng mit dem nächsten Punkt zusammen. Aber nicht nur. Auch du bist Teil des Schwarms. Beschäftige dich mit deinem Vogel, spiele mit ihm. Gib ihm Aufmerksamkeit.
7. Verpaare deinen Vogel
Papageien & Sittiche benötigen einen rund-um-die-Uhr Partner. Und zwar einen gegengeschlechtlichen und gleichartigen. Ein Mensch ist kein adäquater Partner für einen Papagei oder Sittich. Eine Amazone ist kein geeigneter Partner für einen Graupapagei. Auch zwei Hähne oder zwei Hennen sind nicht artgerecht.
Die Paarhaltung ist übrigens nicht optional! Die Haltung von Papageien & Sittichen mindestens in Paaren ist vom Bundesministerium festgelegt. Bei Einzelhaltung verstößt du gegen das Tierschutzgesetz. Das heißt, dein Vogel kann vom Amtstierarzt beschlagnahmt werden.
Oft lösen sich Schreiprobleme mit erfolgter Verpaarung von selbst. Ein Partner oder - besser noch Mini-Schwarm - erfüllt nicht nur die sozialen Bedürfnisse deines Vogels sondern beschäftigt ihn auch.
8. Schreien abgewöhnen mit Anti-Schrei-Training
Trainiere gezielt die einzelnen Situationen, in denen dein Vogel schreit. So lernt er, in diesen Situationen ruhig zu bleiben. Dieses Training musst du in winzigen Schritten aufbauen. Dabei belohnst du deinen Papagei oder Sittich immer dann, wenn er noch völlig entspannt und ruhig ist. So verlernt er das sinnlose Schreien.
9. Vermeide Langeweile
Beschäftige deinen Vogel mit großzügigen Flugmöglichkeiten, gemeinsamem Spiel, Training, Futtersuche und interessanten Spielzeugen. Dein Vogel muss sowohl geistig als auch körperlich ausgelastet werden.
10. Höre nie auf zu lieben
Ein schreiender Papagei oder Sittich kann nervtötend sein. Bedenke aber, dass dein Vogel nicht dein Feind ist, sondern ein Opfer seiner Umstände. Er hat sich nicht ausgesucht, so zu leben! Dein Papagei oder Sittich ist mindestens genauso unglücklich ist wie du. Er schreit nicht ohne Grund.
Podcast: Sittich & Papagei Schreien abgewöhnen (hilft auch bei übermäßigem Wellensittiche Gezwitscher)
Video: Papageien Schreien abgewöhnen (hilft auch bei übermäßigem Wellensittiche Zwitschern)
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