🦜 Überblick: Graupapageien kaufen & halten
- Extrem sozial - müssen mindestens paarweise gehalten werden
- Langlebig nur bei guter Haltung – sterben häufig bereits mit 10–15 Jahren, obwohl sie viel älter werden könnten
- Naturbrut bevorzugen - Handaufzuchten sind oft verhaltensauffällig
- Anschaffung relativ günstig – Folgekosten können enorm sein: Voliere, Futter, Tierarzt, Spielzeug usw.
- CITES Anhang I – meldepflichtig! Beim Kauf unbedingt auf korrekte und vollständige Papiere achten
Du möchtest Graupapageien kaufen, adoptieren oder hältst vielleicht bereits ein Paar dieser faszinierenden Vögel? Dann bist du hier genau richtig. In diesem Artikel erfährst du alles, was du über die Graupapageien-Haltung wissen solltest – von der Auswahl und Anschaffung über Ernährung, Gesundheit und Verhalten bis hin zu praktischen Tipps für ein glückliches Miteinander.
Weitere Artikel zum Thema Sittiche & Papageien-Kaufen findest du hier.

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Graupapageien kaufen & halten - der Einstieg
Graupapageien (Psittacus erithacus) gehören zu den bekanntesten Papageienarten in der Heimtierhaltung – und werden schon seit Jahrhunderten als Haustiere gehalten. Wer sich dafür entscheidet, Graupapageien zu kaufen oder aufzunehmen, übernimmt Verantwortung für ein sehr anspruchsvolles, intelligentes Tier – und sollte ihre natürlichen Bedürfnisse in der Haltung gut kennen.
Einen Überblick der aktuellen Vermittlungsvögel findest du hier:
👉 Sittiche & Papageien zu verschenken: Papageien suchen neues Zuhause
Der Begriff „Graupapagei“ umfasst übrigens zwei Formen: den Kongo-Graupapagei (Psittacus erithacus) und den etwas kleineren Timneh-Graupapagei (Psittacus timneh). Was sie unterscheidet – und warum sie nicht miteinander verpaart werden sollten – erfährst du weiter unten.
Herkunft & Lebensraum
Graupapageien stammen ursprünglich aus Afrika und leben dort in feuchtwarmen Regionen mit hoher Luftfeuchtigkeit – den tropischen Regenwäldern. Diese Herkunft bestimmt ihre Bedürfnisse in Menschenhand und sollte unbedingt berücksichtigt werden, um ein möglichst langes, gesundes Leben zu ermöglichen.
👉 Details findest du im Abschnitt Graupapageien-Haltung ».
Aussehen & Artbeschreibung
Graupapageien zählen zu den mittelgroßen Papageienarten. Charakteristisch ist ihr graues Gefieder, das ihnen auch den Namen gegeben hat.
Es gibt zwei Graupapageien-Formen: den Kongo-Graupapagei und den Timneh-Graupapagei. Je nach Quelle gelten sie als eigenständige Arten oder als Unterarten derselben Art.
Timneh oder Kongo?
- Der Timneh-Graupapagei ist etwas kleiner, mit dunklerem Gefieder. Sein Schwanz ist schwärzlich-rot, der Schnabel zweifarbig (hell und dunkel).
- Der Kongo-Graupapagei ist größer, mit hellerem Grau, leuchtend rotem Schwanz und komplett schwarzem Schnabel.
📌 Wichtig: Diese beiden Formen sollten nicht miteinander verpaart werden – sie unterscheiden sich nicht nur äußerlich, sondern auch im Wesen.
Wenn du also Graupapageien kaufen oder adoptieren möchtest, solltest du dich frühzeitig für eine Unterart entscheiden – denn du brauchst mindestens ein gleichartiges Paar.

Timneh-Graupapagei (Psittacus timneh): kleiner, dunkleres Gefieder, schwärzlich-roter Schwanz, zweifarbiger Schnabel

Kongo-Graupapagei (Psittacus erithacus): größer, helleres Grau, leuchtend roter Schwanz, komplett schwarzer Schnabel
Wie alt werden Graupapageien?
Theoretisch können Graupapageien ein Alter von 40 bis 60 Jahren erreichen – in seltenen Fällen sogar noch älter. Man sollte meinen, dass ein Graupapagei in der Gefangenschaft problemlos ein solch hohes Alter erreichen können sollte. Immerhin gibt es keine Raubtiere, sie bekommen täglich Futter, und im Krankheitsfall kann ein vogelkundiger Tierarzt helfen.
Wie alt werden Graupapageien in der Gefangenschaft wirklich?
Leider sieht die Realität leider oft anders aus. Laut einer informellen Umfrage unter Haltern und vogelkundigen Tierärzten liegt das durchschnittliche Graupapageien Alter in der Gefangenschaft nur bei etwa 10 bis 15 Jahren – und das, obwohl sie theoretisch ein Vielfaches davon leben könnten.
Der Grund dafür liegt fast immer in den Haltungsbedingungen: Ernährung, Luftfeuchtigkeit, UV-Licht, Bewegungsmöglichkeiten, soziale Bedürfnisse, medizinische Versorgung – all das beeinflusst die Lebenserwartung massiv.
Stellst du dir vielleicht die Frage: „Wie alt wird ein Papagei im Allgemeinen?“ Und: „Wie kann ich ihm helfen, möglichst gesund und glücklich alt zu werden?“ Dann lies am besten auch meinen Artikel: Wie alt werden Papageien & Sittiche.
Beispiel: Tarbu - ein echtes Papageienleben
🦜 Der Graupapagei „Tarbu“ lebte mehr als 55 Jahre bei einer britischen Familie. Da er bereits als erwachsener Vogel adoptiert wurde, gehen manche Experten davon aus, dass sein tatsächliches Alter bei über 70 Jahren lag.
Bemerkenswert: Tarbu lebte zu einer Zeit, als über Papageienhaltung noch wenig bekannt war. Heute wissen wir mehr – und können unseren Vögeln ein deutlich besseres Leben bieten. Hohe Standards in Haltung, Ernährung und Gesundheit können die Lebenserwartung eines Graupapageis deutlich erhöhen.
🔗 Quelle: “Tarbu, the 55-year-old parrot, dies after signing off with a 'cheerio'” – The Telegraph, 2012
Graupapageien Alter: Warum Extrembeispiele nicht als Maßstab taugen
Immer wieder liest man von Graupapageien, die 50 oder sogar 70 Jahre alt geworden sein sollen – oft zu Zeiten, als über artgerechte Haltung noch kaum etwas bekannt war. Solche Geschichten klingen beeindruckend – aber sie können ein gefährlicher Trugschluss sein.
Denn sie erwecken den Eindruck, als könnten Graupapageien auch unter schlechten Bedingungen sehr alt werden. Nach dem Motto: „Wenn der Vogel auch ohne UV-Licht, Frischfutter oder Sozialkontakt 60 wurde, warum soll ich mir dann all die Mühe machen?“
Nicht jede Altersangabe stimmt
Doch genau das ist ein Denkfehler, denn nicht selten stimmen Altersangaben von Graupapageien nicht. Ob das Graupapageien Alter bewusst geschönt oder aus Unwissenheit falsch weitergegeben wird ist unerheblich. Es ist nur ein Indikator für das ungeheure Leid, dass viele Graupapageien erdulden müssen.
Wieso, zeigt dir ein persönliches Beispiel: Ich selbst habe einmal einen Graupapagei übernommen, der laut Vorbesitzer “fast 40 Jahre alt” sein sollte. Eine Nachverfolgung der Ringnummer durch das Amt ergab jedoch: Das tatsächliche Graupapageien Alter lag bei etwa 13 Jahren. Er trug einen geschlossenen Ring – ein sicheres Zeichen dafür, dass der Vogel als Jungtier beringt wurde, also niemals fast 40 gewesen sein konnte.
Ein Leben als Dekoration – statt als Lebewesen
Vermutlich war der ursprüngliche Vogel verstorben, und der nächste wurde einfach stillschweigend in denselben alten, viel zu kleinen Käfig gesetzt. Die Halter hatten offenbar keine echte Bindung – der Vogel vegetierte isoliert vor sich hin, hatte keinen Artgenossen, keine Beschäftigung, kein Sozialleben.
Ein Graupapagei als Dekoration – für ein hochsoziales, intelligentes Wesen ist das nichts anderes als seelische Folter. Niemand verdient so ein Leben.
Lass dich also von solchen Angaben nicht davon abhalten, alles zu tun, was deinen Vögeln ein gutes Leben ermöglicht. Gute Haltung ist kein Luxus, sondern ein Zeichen von Respekt und Liebe.
Preis für Graupapagei – Anschaffung und Folgekosten
Wenn du dir Graupapageien kaufen möchtest, hast du dich vielleicht schon gefragt: Was ist ein realistischer Preis für Graupapagei?
Die Antwort: Graupapageien Preise unterliegen einer enormen Preisspanne – je nachdem, woher der Vogel stammt und wer ihn anbietet.
Ein Graupapageien-Baby vom Züchter kostet rund 700 Euro. Im Zoofachhandel oder bei sogenannten „Handaufzüchtern“ können die Preise deutlich höher liegen. Bei meiner letzten Recherche habe ich Graupapageien Preise zwischen 400 und 1800 Euro gesehen – und das nur für den Vogel selbst.
Natürlich ist der Kaufpreis bei der Anschaffung eines Lebewesens, mit dem du möglicherweise mehrere Jahrzehnte verbringen wirst, nicht das Wichtigste. Und: Ein hoher Preis bedeutet nicht automatisch, dass du einen besonders guten Graupapagei bekommst. Oft entstehen diese Summen einfach durch Aufschläge von Zwischenhändlern, denn an der „Ware Tier“ wollen viele mitverdienen.
Investiere dein Geld lieber in die Haltung – nicht in den Kaufpreis.
Graupapageien Preis vs. Folgekosten
Denn der Graupapageien Preis ist nur ein kleiner Teil der Gesamtkosten. Was wirklich zählt, sind die laufenden Ausgaben für eine gesunde, artgerechte Haltung. Dazu gehören unter anderem:
- eine ausreichend große Voliere aus Edelstahl
- Zubehör wie Luftbefeuchter und UV-Licht
- hochwertiges Futter, insbesondere Frischkost
- artgerechtes Beschäftigungsmaterial
- Regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen beim erfahrenen, vogelkundigen Tierarzt
- und: Rücklagen für Notfälle
Wenn du also die Kosten für Graupapageien realistisch einschätzen möchtest, dann betrachte das große Ganze – nicht nur den Kaufpreis.
Graupapageien kaufen oder übernehmen – Rechtliches & Dokumentation
Seit 2017 sind Graupapageien als CITES Anhang I hochgestuft und unterliegen damit dem strengsten internationalen Artenschutz. Deshalb gilt: Ganz gleich, ob du einen Graupapagei kaufst, adoptierst, geschenkt bekommst oder geerbt hast – du musst unbedingt darauf achten, dass alle Papiere vollständig und korrekt sind. Sonst kann es später richtig unangenehm werden – bis hin zur Beschlagnahmung des Vogels.
Wer einen Graupapagei weitergibt, braucht dafür eine EG-Vermarktungsbescheinigung (also eine Ausnahme vom Vermarktungsverbot). Ohne dieses Dokument darf der Vogel nicht abgegeben werden. Fehlt die Bescheinigung, machen sich sowohl die abgebende als auch die übernehmende Person strafbar.
Außerdem ist ein Herkunftsnachweis erforderlich. Achte bitte genau darauf, dass die Ring- oder Chipnummer deines Vogels mit der Dokumentation übereinstimmt.
Graupapageien sind meldepflichtig!
Nicht vergessen: Du musst deinen Graupapagei unmittelbar nach der Übernahme bei der für dich zuständigen Behörde anmelden.
Welche Stelle das ist, hängt von deinem Wohnort ab – dein Amtstierarzt kann dir hier weiterhelfen.
📋 Checkliste - Rechtliches & Papiere: Was du beim Kauf oder der Übernahme eines Graupapageis brauchst
✅ EG-Vermarktungsbescheinigung
Bestätigt, dass der Vogel legal weitergegeben werden darf (wird vom Abgebenden benötigt)
✅ Herkunftsnachweis
Mit Ring- oder Chipnummer, die exakt zum Vogel passt
✅ Meldung bei der Behörde
Unmittelbar nach der Übernahme beim zuständigen Amt anmelden – dein Amtstierarzt hilft dir weiter
Graupapageien Haltung - Käfige und Volieren
Wenn du Graupapageien halten möchtest, denkst du vermutlich zuerst and den Kauf eines Käfigs oder einer Voliere. Hierbei ist Vorsicht geboten. Um zu verstehen wie die beste Haltung für deine Graupapageien aussehen kann, lohnt sich ein Blick auf ihr Leben in der Freiheit.
Natürlich kannst du deinen Graupapageien kein Leben wie im tropischen Regenwald bieten - aber ihre natürlichen Lebensumstände zeigen dir die Richtung: über die gesetzlichen Mindestanforderungen hinaus, hin zu einer Haltung, die deinen Vögeln wirklich gerecht wird. Nachfolgend gebe ich dir einen kurzen Überblick, über die erforderlichen Maße von Graupapageien Käfigen. Details zu diesem Thema - das für alle Papageien wichtig ist - findest du hier:
👉 Die wichtigsten 8 Punkte für einen guten Sittich- & Papageien-Käfig »
▶️ Video: So leben Graupapageien in der Natur
Graupapageien im Schwarm – beeindruckende Aufnahmen aus der Wildnis
In ihrer natürlichen Umgebung leben Graupapageien nicht allein, sondern in Paaren innerhalb großer Schwärme.
Wenn du sie so erlebst – wie sie gemeinsam fliegen, rufen und fressen – wird klar, warum Einzelhaltung für diese hochsozialen Tiere eine Qual ist.
Quelle: Chris Amos
Gesetzliche Mindestanforderungen an die Graupapageien-Haltung
Hier findest du die empfohlenen Mindestgrößen im Überblick:
Graupapageien Käfige - Mindestgrößen
Gesamtlänge der Vögel | BMEL-GUTACHTEN Breite x Tiefe x Höhe | NIKOLAI-GUTACHTEN Breite x Tiefe x Höhe |
---|---|---|
25 - 40 cm | 2,0m x 1,0m x 1,0m | 4,0m x 2,0m x 2,0m |
Erläuterung zu den Mindestgrößen
Der Ausgangspunkt für deine Graupapageien-Haltung sind die gesetzlichen Mindestanforderungen des Bundesministeriums.
Dazu gehören unter anderem:
- Mindestgröße für Volieren: 2 m Breite × 1 m Tiefe × 1 m Höhe laut BMEL-Gutachten.
- Paarhaltung ist Pflicht – Einzelhaltung ist verboten.
ACHTUNG: In vielen Regionen – teilweise auf Landes-, teilweise auf Gemeinde- oder Bezirksebene – orientieren sich die zuständigen Behörden nicht nur am BMEL-Gutachten, sondern haben das strengere Nikolai-Gutachten ganz oder teilweise als verbindliche Grundlage übernommen.
Das bedeutet:
👉 In diesen Fällen ist das Nikolai-Gutachten für die Haltung von Graupapageien genauso verpflichtend wie das BMEL-Gutachten in anderen Regionen.
Das Nikolai-Gutachten sieht dabei unter anderem vor:
4 m Breite × 2 m Tiefe × 2 m Höhe als Mindestmaß für die Haltung von Graupapageien
Da die Rechtslage je nach Region unterschiedlich ist, solltest du dich im Zweifel bei deinem zuständigen Veterinäramt erkundigen, welche Anforderungen für dich gelten.
Bewegung & Freiflug
Graupapageien brauchen täglich viel Bewegung – das ist nicht optional, sondern essenziell für ihre körperliche und seelische Gesundheit.
Wenn du deine Vögel in einer Innenvoliere hältst, solltest du ihnen täglich mehrere Stunden Freiflug in der Wohnung ermöglichen. Klettern, fliegen, erkunden – all das brauchen sie, um gesund und ausgeglichen zu bleiben.
Bei der Außenvolierenhaltung ist ein zusätzlicher Freiflug oft nicht möglich. Umso wichtiger ist es, dass die Voliere entsprechend großzügig gebaut ist – größer als die gesetzlichen Mindestmaße und so gestaltet, dass die Vögel darin auch wirklich aktiv sein können.
Denn: Eine ausreichend große Unterbringung ist die Basis – aber kein Ersatz für echte Bewegung und Umweltreize.
🦜 Gefahren beim Freiflug in der Wohnung
Freiflug ist wunderbar – und oft das Highlight des Tages für deine Graupapageien. Aber wie bei Kleinkindern gilt auch hier: Nur unter Aufsicht! In unseren Wohnungen lauern viele Gefahren, an die man im ersten Moment gar nicht denkt.
🔎 Achte auf diese Gefahren beim Freiflug in der Wohnung:
- Fensterscheiben – Vögel erkennen Glas nicht und können sich beim Aufprall verletzen
- Offene Fenster & Türen – auch ein zahmer Vogel kann plötzlich erschrecken und entfliegen
- Elektrokabel – werden gern angeknabbert - Kurzschlussgefahr
- Zimmerpflanzen – Dünger, Pestiziden oder Blattglanzmittel sowie Keime in der Blumenerde sind eine Gefahr, selbst wenn die Pflanze harmlos ist
- Kerzen, Duftöle, Zigarettenrauch – schädlich für Atemwege und Verbrennungsgefahr
- Herdplatten, Fritteusen, Kochtöpfe – Verbrennungs- und Verbrühungsgefahr, Gefiederverschmutzung
- Offene Wasserbehälter & Toiletten – Ertrinkungsgefahr
- Spiegel & Glasflächen – Aufprallrisiko wie bei Fenstern
📌 Wichtig: Freiflug bitte immer nur unter Aufsicht – und in einem gut vorbereiteten Raum.
💬 Du willst es ganz genau wissen?
In der wöchentlichen Sprechstunde für Divis-Mitglieder besprechen wir regelmäßig genau solche Fragen – von Haltung, über Freiflug bis Wohnungssicherung.
👉 Hier erfährst du mehr über die Mitgliedschaft »
Graupapagei Einzelhaltung verboten
In Deutschland, Österreich, Schweiz und anderen Ländern ist die Einzelhaltung von Papageien, einschließlich Graupapageien, vom Gesetzgeber verboten. Papageien müssen mindestens paarweise mit einem gegengeschlechtlichen Partner der gleichen Art gehalten werden.
Ich bevorzuge sogar eine Haltung im kleinen Schwarm von 4-6 Graupapageien, wenn dein Platz das zulässt. Das kommt dem natürlichen Sozialverhalten der Graupapageien näher. Die Graupapageien Haltung in solchen Minigruppen, gewährt den Vögeln bessere Beschäftigung und erfüllt ihre sozialen Bedürfnisse und kann dich dadurch sogar entlasten.
▶️ Video: Graupapageien erfolgreich verpaaren – selbst nach 37 Jahren Einzelhaltung
Josys Weg aus der Einzelhaltung in eine echte Papageienbeziehung
„Papageien, die lange allein gelebt haben, kann man nicht mehr vergesellschaften oder verpaaren!“ – diesen Satz höre ich leider immer noch viel zu oft. Und doch ist er falsch.
Halter, die das glauben, versagen Ihren Vögeln ein großes Stück Lebensglück. Und das muss nicht sein. Mit etwas Geduld, Know-how und Papageientraining ist selbst nach Jahrzehnten noch eine glückliche Verpaarung möglich.
Wie schön das dann für die betroffenen Vögel ist, kannst du in meinem Video sehen. Josy, ein Graupapageien Mädchen, musste 37 Jahre in Einzelhaft leben. Dann kam sie zu mir und hat die Liebe ihres Lebens gefunden.
💬 Du möchtest Hilfe bei der Verpaarung deines Vogels?
Im wöchentlichen Gruppen-Coaching für Divis-Plus-Mitglieder, zeige ich dir, wie du mithilfe des Clickertrainings deine Papageien erfolgreich verpaaren kannst.
👉 Hier erfährst du mehr über das Gruppen-Coaching »
Quelle: Ann Castro
▶️ Video: Sozialverhalten bei Graupapageien – Teilen will gelernt sein
Wie Graupapageien miteinander umgehen – Leckerli, Rangeln & Rücksicht
Im Alltag mit Papageien und Sittichen gibt es immer wieder Momente, die mich zum Lachen bringen – nicht alles dreht sich um Probleme oder Training. Schließlich geht es auch darum, Freude mit unseren Tieren zu haben.
In diesem Clip siehst du zwei meiner Graupapageien, die sich ein Leckerlischälchen teilen … oder auch nicht.
Ein typisches Beispiel für das Sozialverhalten unter Papageien: mal zärtlich, mal eher robust – aber immer spannend zu beobachten.
📌 Ein kleines Fenster in den Alltag von Partnervögeln – und ein starkes Argument gegen Einzelhaltung.
Quelle: Ann Castro
▶️ Video: Graupapageien Zucht vermeiden – selbst wenn dein Vogel schon Eier legt
Warum Eier kein Grund zur Panik sind – und du trotzdem nicht züchten musst
In diesem Video siehst du, wie eine Graupapageien-Henne ein Ei legt. Diese Henne gehört keinem Graupapageien Züchter, sondern einem privaten Halter, der seine Vögel liebevoll und gut hält.
Wenn dein Vogel Eier legt, denkst du vielleicht: „Oh je, jetzt bin ich Graupapageien-Züchter!“ – aber das stimmt nicht.
Eier legen kommt bei Hennen häufig vor, selbst ohne Hahn. Keine Angst: Es gibt viele Möglichkeiten, eine ungewollte Zucht zu verhindern. Schließlich gibt es unendlich viele Vögel, die dringend ein neues Zuhause benötigen, sodass man nicht unnötig zu dem Elend beitragen sollte.
📌 Wie du mit der Brutstimmung sicher umgehst, erfährst du in meinem Mini-Kurs: Probleme mit der Brutstimmung ».
Quelle: Michael Felzmann
Außenvoliere - Bestandteil einer optimalen Graupapageien Haltung
Eine gut abgesicherte Außenvoliere ist super für deine Graupapageien Haltung. Darin erhalten deine Vögel natürliches UV-Licht, viel frische Luft und meist auch eine höhere Luftfeuchtigkeit als in der Wohnung.
Aber in Außenvolieren lauern auch viele Gefahren für deine Graupapageien. Du musst unbedingt darauf achten, dass weder Raubtiere, noch Krankheitserreger, noch Menschen deine Vögel gefährden können.
Ein großer, heller Raum mit vielen vergitterten Fenstern kann eine ausgezeichneter Alternative für deine Graupapageien Haltung sein. Darin erhält dein Vogel viele der Vorteile einer Außenvoliere, ohne die Gefahren.
Graupapageien Haltung - Zubehör
Wie alle Papageien benötigen Graupapageien eine hohe Luftfeuchtigkeit von deutlich mehr als 70%. Des weiteren benötigen Graupapageien intensives UV-Licht. Beides lässt sich durch entsprechende Technik darstellen. Du wirst also für deine Graupapageien sowohl Luftbefeuchter als auch spezielle UV-Lampen benötigen. Weitere Informationen hierzu findest du in der Rubrik Haltung. Was für alle Papageien gilt, gilt auch für die Graupapageien-Haltung.
Graupapagei Futter
Gesundheitliche Probleme werden häufig durch das Graupapageien-Futter begünstigt oder sogar verursacht. Das Futter für Graupapageien sollte deshalb ausgewogen, abwechslungsreich und von erstklassiger Qualität sein. Lies bitte dazu auch meine Artikel in der Rubrik Ernährung. Was für alle Papageien gilt, hat auch für das Graupapageien-Futter Gültigkeit.
▶️ Video: Graupapagei frisst Eberesche
Eine vielseitige Ernährung ist für die Gesundheit von Graupapageien enorm wichtig. Frische saisonale Gaben aus der Natur werden gerne angenommen.
Quelle: Michaela Born
Gesundheit und Graupapageien Futter
Graupapageien sind besonders anfällig für bestimmt Erkrankungen. Achte deshalb bei der Ernährung besonders auf folgende Punkte:
Graupapageien Aspergillose
Graupapageien sind anfällig für Aspergillose. Dies ist eine Schimmelpilzerkrankung der Atemwege. (s. Artikel über Aspergillose in der Rubrik Gesundheit). Deshalb sollte Graupapageien Futter immer in Lebensmittelqualität sein. Lebensmittel unterliegen - im Gegensatz zu Ziervogelfutter - der Aflatoxin-Verordnung. Du kannst dir also sicher sein, dass die Schimmelpilzbelastung in Lebensmitteln begrenzt ist.
Am besten stellst du dir dein Graupapageien-Futter selbst zusammen. Hilfe dabei findest du in der Rubrik Papageienfutter und in meinem Futterrechner für Körnermischungen im Mitgliederbereich.
Graupapageien Herzprobleme
Graupapageien tendieren zu Herzproblemen wie Arterosklerose. Deshalb sollte dein Graupapageien-Futter Nahrungsmittel mit viel Alpha-Linolensäure enthalten. Dazu zählen Walnüsse und Leinsamen.
Fettleibigkeit ist kein Problem
Fettleibigkeit ist bei Graupapageien fast nie ein Problem. Im Gegenteil, sie benötigen eine eher fetthaltigere Ernährung. Eine gute Nussmischung sollte Bestandteil deines Graupapageien-Futters sein.
Kalziummangel
Graupapageien leiden häufig an Kalziummangel. Um den Kalziumbedarf zu decken, kannst du zusätzlich zum Graupapageien-Futter, Muschelgrit zur Verfügung stellen.
Vitamin-A Mangel
Graupapageien haben eine sehr hohen Vitamin-A Bedarf. In der freien Wildbahn nehmen sie laut Freilandbeobachtungen große Mengen an Palmfrüchten auf. Deren rotes "Fleisch" enthält große Mengen an rotem Palmöl. Dies kannst du deinen Graupapageien zusätzlich zu ihrem Futter reichen oder untermischen.
Graupapageien Intelligenz
Wenn zukünftige Halter, sich das Leben mit Graupapageien vorstellen, denken sie meist nicht an Probleme, sondern nur an die Freude, die sie von diesen Tieren erwarten.
Aber die Frage sollte niemals sein, was der Graupapagei für dich tun kann, sondern, was du für ihn tun kannst - denn leider gibt es in der Haltung von Graupapageien immer wieder Probleme - wie bei allen Papageienarten.
Graupapageien Intelligenz
Die Forscherin Prof. Irene Pepperberg hat in ihren über Jahrzehnte dauernde Studien nachgewiesen, dass Graupapageien die Intelligenz eines fünf bis siebenjährigen Kindes haben. Diese Intelligenz muss beschäftigt werden. Graupapageien sind keine Haustiere, die "nebenher mitlaufen". Sie benötigen viel Beschäftigung, die sie körperlich und geistig auslastet. Mit "zwei Spielzeugen" ist dies nicht getan. Wenn sie nicht genug Beschäftigung bekommen oder falsch beschäftigt werden kann sich dies in Problemverhalten äußern.
▶️ Video: Graupapageien Intelligenz
Ein Video mit Irene Pepperberg
In diesem Video der Harvard University, siehst du nicht nur die Graupapageien Intelligenz sondern auch deren Sprachbegabung. Graupapageien können sprechen lernen. Aber dies sollte bitte nicht der Hauptgrund sein, sich solche sensiblen und anspruchsvollen Lebewesen ins Haus zu holen.
Quelle: Harvard University
Problematische Graupapageien - Beißen, Schreien, Angst und Rupfen
Wenn zukünftige Halter, sich das Leben mit Graupapageien vorstellen, denken sie meist nicht an Probleme, sondern nur an die Freude, die sie von diesen Tieren erwarten. Leider gibt es aber in der Haltung von Graupapageien immer wieder Probleme - wie bei allen Papageienarten.
Dementsprechend häufig sehe ich in meinen Beratungen Halter, deren Graupapageien beißen und schreien. Solche Probleme lassen sich mit entsprechendem Verhaltenstraining oft lösen. Aber dies erfordert Zeit, Geld und Geduld. Es ist besser, frühzeitig mit dem Training zu beginnen, damit solche Probleme gar nicht erst entstehen.
Stelle dir also unbedingt vor der Anschaffung folgende Fragen: Wirst du deinen Graupapagei lieben, auch wenn er beißt oder andere Probleme zeigt? Bist du bereit Zeit und Geld zu investieren, um Probleme zu lösen? Oder wirst du ihn abgeben wollen, wenn nicht alles so läuft wie erwartet?
Graupapageien können sehr sensibel sein
Graupapageien sind häufig sehr sensibel. Wenn dies durch Unwissenheit des Halters ungünstig verstärkt wird, können sich daraus regelrechte Phobien entwickeln. Bei Graupapageien sollte nach Möglichkeit frühzeitig mit Muttraining begonnen werden, damit sie nicht bei jeder kleinsten Störung vor Schreck von der Stange springen.
Rupfen
Häufige problematische Graupapageien Verhalten sind Rupfen. Rupfen kann sowohl gesundheitliche als auch seelische Ursachen haben. Handaufzuchten sind auffallend anfälliger für Rupferproblematiken.
Graupapageien beißen
Wie viele Papageien können auch Graupapageien schnell lernen, dass Beißen ein sehr effektiver Weg ist, um mit seinen Haltern zu kommunizieren. Insbesondere, wenn sie Angst haben und dies der einzige Weg ist, sich unliebsame Kontakte vom Leib zu halten.
Es ist viel besser, wenn du - zum Beispiel mithilfe vom Clickertraining - Vertrauen aufbaust, anstatt dich dem Tier - gegen seinen Willen - aufzudrängen.

Foto: Nadine Cetin - Timneh Graupapageien Biss
Graupapageien schreien
Graupapageien haben extrem laute, schrille Stimmen. Selbst wenn keine Verhaltensstörung vorliegt, können selbst die völlig normalen, natürlichen Lautäußerungen anstrengend sein - nicht nur für die Mitbewohner, sondern auch für Nachbarn. Hier sind ein paar Videos, für einen ersten Test.
▶️ Video: Graupapageien Schreien
Graupapageien geben sehr schrille Laute von sich. Kannst du damit leben?
Drehe diese Videos auf volle Lautstärke und spiele sie den ganzen Tag ab. Übrigens, dies sind normale Lautäußerung und nicht Problem-Schreien.
Quelle: Tommy Söderlund
Quelle: Starter HD
Beachte bitte, dass viele Themen für alle Papageien (inklusive Sittichen) gelten. Damit sich dieselbe Information nicht ständig wiederholt, habe ich Artikel mit Informationen, die für alle Papageien gelten, geschrieben. Diese findest du in den Rubriken: Papageien-Haltung, -Futter, -Gesundheit und Training in der Menüleiste unten auf dieser Seite.
Weitere Informationen zum Thema Graupapagei kaufen findest du in meinem Artikel: Papagei kaufen. Dort erfährst du auch, wo es - abgesehen von Geschäften und Züchtern - Graupapageien zu verkaufen oder sogar zu verschenken gibt.
Meine Geschichte über das Graupapageien kaufen findest du hier.
Möchtest du wirklich mit Graupapageien leben?
Wenn du bis hierher gelesen hast und immer noch der Ansicht bist, dass Graupapageien und du eine gemeinsame Zukunft haben, dann solltest du als nächstes Kontakt zu - möglichst langjährigen - Graupapageien Haltern aufnehmen.
Suche das ehrliche Gespräch. Wenn ihr euch sympatisch seid, kannst du sie vielleicht besuchen und deren Graupapageien kennenzulernen - im Idealfall für mehr als einen Nachmittag, zum Beispiel als Ferienbetreuung.
▶️ Video: Graupapageien - Halterbericht
In diesem Video erzählt Nadine, was sie gerne vor dem Kauf über die Graupapageien Haltung gewusst hätte.
Quelle: Nadine Cetin
Graupapageien kaufen - Kannst du damit leben?
Viele Graupapageien Halter lieben ihre Vögel heiß und innig ein Leben lang. Doch es gibt auch unschöne Seiten der Graupapageien Haltung. Diese werden angehenden Haltern vor dem Graupapageien Kauf leider oft verschwiegen.
Die nachfolgende Liste erfahrener Halter gibt dir einige Minuspunke der Graupapageien Haltung. Überlege dir vor dem Kauf deiner Graupapageien gründlich, ob du damit - über Jahre hinweg - leben kannst:
Graupapageien auf Probe
Im Idealfall lernst du das Leben mit Graupapageien erst einmal auf Probe kennen. Vielleicht kannst du eine Urlaubsbetreuung anbieten. Oder zwei Graupapageien vorübergehen zur Pflege aufnehmen, bevor du dich zum Graupapageien Kaufen oder Adoptieren entscheidest. Nur so kannst du erfahren, wie das tägliche Zusammenleben mit Graupapageien wirklich ist und ob du dafür geeignet bist.
Du findest Graupapageienhalter zum Beispiel in diversen Facebook-Gruppen. Viele Graupapageien Liebhaber dort werden versuchen, dir zu helfen, wenn du dein Anliegen schilderst.
Graupapageien in Not
Es werden immer wieder Pflegestellen für Graupapageien gesucht von privaten Haltern und Behörden:
- Halter, die vorübergehend nicht in der Lage sind, sich um ihre Tiere zu kümmern.
- Behörden suchen häufig Pflegestellen für beschlagnahmte Papageien.
Wenn du daran Interesse hast, dann nimm den Kontakt auf zu Haltern, zum Beispiel in den Sozialen Medien, Vogelkundigen Tierärzten und Amtstierärzten.
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Graupapagei kaufen oder adoptieren - Tierheim, Züchter, Zoohandel, privat?
enn du einen Graupapagei kaufen oder adoptieren möchtest, hast du mehrere Möglichkeiten: Tierheim, Züchter, Zoohandel oder private Abgabe. Jede dieser Optionen bringt eigene Vor- und Nachteile mit sich – sowohl finanziell als auch in Bezug auf das Vorleben, den Gesundheitszustand und das Verhalten des Vogels.
Einige Graupapageien suchen dringend ein neues Zuhause – andere werden als Babys vom Züchter verkauft. Wieder andere sind kostenlos abzugeben oder werden über Kleinanzeigen „von privat“ vermittelt. Doch was ist wirklich sinnvoll?
📌 Du willst mehr über Quarantäne, Ankaufsuntersuchung & Vermittlungswege wissen?
Dann lies auch den ausführlichen Leitartikel 👉 Papageien kaufen – was du vor der Entscheidung wissen musst
Graupapagei aus dem Tierheim, von der Auffangstation oder privat
Viele Graupapageien suchen ein neues Zuhause – oft aufgrund von Abgabe, Krankheit der Halter oder veränderten Lebensumständen. Manche sind kostenlos abzugeben, andere gegen Schutzgebühr oder mit Vertrag. Auch über Kleinanzeigen oder private Vermittlungen werden Graupapageien angeboten.
☝️ Wichtig: Auch bei Adoption oder Schenkung gelten dieselben rechtlichen Vorgaben wie beim Kauf! 👉 Mehr dazu im Abschnitt „Rechtliches & Dokumentation“.
Graupapagei kaufen beim Züchter oder in der Zoohandlung
Wer gezielt ein junges Tier (oft ein sogenanntes „Graupapageien-Baby“) sucht, wendet sich meist an Züchter oder Fachhändler. Die Preise liegen hier deutlich höher – besonders in der Zoohandlung, wo viele Zwischenhändler mitverdienen. Achte hier unbedingt darauf, ob es sich um eine Naturbrut handelt, keine Handaufzucht.
Graupapagei-Babys kaufen – bitte nur Naturbruten vom Züchter
Du möchtest ein Graupapagei-Baby kaufen? Dann wirst du wahrscheinlich bei einem Züchter oder im Zoofachhandel fündig. Doch Vorsicht: Hinter dem Begriff „Graupapageien-Zucht“ verbirgt sich heute leider viel zu oft die Handaufzucht – eine tierschutzrelevante Praxis, bei der sowohl die Elterntiere als auch die Jungvögel erhebliche körperliche und seelische Schäden erleiden.
Was genau das bedeutet und worauf du beim Graupapagei-Kauf achten solltest, erfährst du kurz zusammengefasst in diesem Abschnitt – oder ausführlich im Hauptartikel 👉 Papageien kaufen – Alles über Handaufzucht, Quarantäne & mehr.
Warum ziehen Züchter Graupapageien per Hand auf?
Ganz einfach: Profit. Handaufzucht bedeutet, dass die Jungtiere oder Eier den Eltern entnommen werden – oft mehrfach pro Jahr. Die Elterntiere produzieren beim Verlust ihrer Nachkommenschaft weitere Gelege. Das steigert die Anzahl der Nachzuchten und damit die Einnahmen.
Dass Graupapageien-Züchter damit nicht nur die natürliche seelische und körperliche Entwicklung der Jungvögel, sondern auch das Wohl der Elterntiere massiv beeinträchtigen, wird in Kauf genommen.
Die Vermarktung von handaufgezogenen Graupapageien Babies
Handaufzuchten werden oft als besonders zahm angepriesen. Doch das täuscht: Ja, die Graupapageien Babies erscheinen erst einmal zahmer als Naturbruten. Aber mit der Geschlechtsreife werden handaufgezogene Graupapageien häufig echten Problemfällem - sie beißen, schreien oder beginnen sich zu rupfen. Diese Risiken verschweigt man dir beim Kauf natürlich.
Graupapageien-Babys kaufen – bitte nur Naturbruten
Wenn du einen Graupapagei beim Züchter oder in der Zoohandlung kaufen möchtest, bestehe bitte auf eine Naturbrut. Das bedeutet: Der Jungvogel wurde vollständig von den Eltern aufgezogen, bis er futterfest und flügge war. Auch Naturbruten werden zahm – und sie machen langfristig deutlich weniger Probleme.
Lass dich nicht von Begriffen wie „Teilhandaufzucht“ oder „Notfall“ täuschen. Letzteres entpuppt sich oft als Verkaufsmasche, und auch „Teilhandaufzucht“ ist in der Praxis nichts anderes als das, was Tierschützer seit Jahren kritisieren.
Das richtige Alter, um ein Graupapageien-Baby zu kaufen
Bitte kaufe niemals ein Graupapageien-Baby, das jünger als 20 Wochen ist. Manche Züchter geben ihre Jungvögel viel zu früh ab – oft sind sie noch nicht einmal futterfest. Solche Tiere sterben häufig oder leiden ihr Leben lang unter gesundheitlichen Problemen.
Warum das Abgabealter so entscheidend ist
Auch für die psychische Entwicklung ist das richtige Abgabealter entscheidend: Wer Graupapagei-Babys kaufen möchte, sollte sich bewusst machen, dass diese hochsozialen Vögel in ihren ersten Lebensmonaten extrem lern- und prägefähig sind.
Verantwortungsvolle Züchter geben ihre Naturbruten daher nicht vor dem fünften oder sechsten Monat ab – manche sogar erst mit acht bis zwölf Monaten. In dieser sensiblen Phase lernen die Jungtiere von ihren Eltern und Geschwistern wichtige soziale Verhaltensweisen, die sich später nicht mehr vollständig nachholen lassen.
Die Risiken von Handaufzuchten
Bei Handaufzuchten fehlt diese Prägungsphase dagegen ganz oder zum größten Teil, weil die Küken viel zu früh aus dem Nest genommen und – häufig sogar völlig isoliert von Artgenossen – von Menschenhand aufgezogen werden. Das kann langfristig zu massiven Verhaltensstörungen führen – von Angst und Fehlprägung bis hin zu Aggression oder Dauerschreien. Noch problematischer: Viele Züchter verkaufen solche Vögel besonders früh, um sich die aufwendige Pflege zu ersparen – mit allen negativen Konsequenzen für die Gesundheit des Graupapageien-Babys.
👉 Wenn du ein Graupapageien-Baby beim Züchter kaufen möchtest, achte daher unbedingt darauf, dass es sich um eine komplette Naturbrut handelt, die mindestens sechs Monate alt ist.
Auch von Privat: Graupapageien-Babies mit Familienanschluss
Manchmal lassen auch Privathalter Graupapageien brüten. Solche Graupapageien-Babys sind in der Regel Naturbruten, kennen aber bereits Menschen und sind gut sozialisiert. Das ist eine tolle Option – mit vielen Vorteilen für Mensch und Tier.
🦜 FAQ: Graupapageien kaufen & halten - Die wichtigsten Fragen & Antworten
Du möchtest Graupapageien kaufen oder suchst Tipps zur optimalen Haltung? In diesen FAQs findest du kompakte Antworten - thematisch gruppiert - auf die häufigsten Fragen rund um Graupapageien – von der Anschaffung und dem idealen Abgabealter über Unterbringung und Futter bis hin zu Gesundheit und typischen Problemen.
Egal ob du dich gerade erst informierst oder bereits Graupapageien hältst – hier bekommst du verlässliche Infos für ein langes, gesundes und glückliches Papageienleben.
Wenn du noch tiefer einsteigen möchtest, findest du hier weitere Infos zu Futter, Haltung, Training und Gesundheitspflege.
FAQ: Graupapageien Alter, Herkunft und Arten
Wie alt werden Graupapageien, woher stammen sie und worin unterscheiden sich Timneh und Kongo Graupapageien? Hier findest du Antworten auf die wichtigsten Fragen rund um die Arten Psittacus erithacus und timneh.
Graupapageien stammen aus den tropischen Regenwäldern West- und Zentralafrikas. Dort leben sie in Schwärmen. Sie sind sehr intelligent und stark sozial gebunden. All dies sollte in der Heimtierhaltung berücksichtigt werden.
Graupapageien können zwischen 40 und 60 Jahre alt werden, erreichen in Gefangenschaft aber oft nur ein Durchschnittsalter von 10 bis 15 Jahren. Ihre hohe Lebenserwartung bedeutet: Wer Graupapageien kauft, übernimmt eine lebenslange Verantwortung.
Der Kongo-Graupapagei (Psittacus erithacus) ist größer, hell- bis mittelgrau gefärbt, hat einen leuchtend roten Schwanz und einen vollständig schwarzen Schnabel. Der Timneh-Graupapagei (Psittacus timneh) ist etwas kleiner, dunkelgrau, besitzt einen rotbraunen Schwanz und einen zweifarbigen Schnabel (schwarz mit hautfarbenen Anteilen).
Ja. Aufgrund von Wildfängen, Lebensraumverlust und illegalem Handel gelten Graupapageien als unmittelbar vom Aussterben bedroht und sind im Anhang I des Washingtoner Artenschutzabkommens (CITES) gelistet.
Ja. Bei älteren Graupapageien trifft man auch heute noch relativ häufig auf Wildfänge. Auch wenn der Import von Wildfängen in die EU praktisch nicht mehr stattfindet, dürfen in Deutschland Wildfänge aus Altbeständen weiterhin gehalten oder verkauft werden – vorausgesetzt, sie sind ordnungsgemäß gemeldet und verfügen über die erforderliche Dokumentation. Ein offener Fußring kann ein Hinweis auf einen Wildfang sein.
FAQ: Graupapageien kaufen & adoptieren
Woher bekommst du deine Graupapageien – vom Züchter, aus der Zoohandlung, vom Vorbesitzer, aus dem Tierheim oder einer Auffangstation? Hier findest du Antworten auf die wichtigsten Fragen rund um Kauf und Adoption.
Graupapageien bekommst du entweder direkt vom Züchter, aus der Zoohandlung, vom Vorbesitzer oder aus dem Tierschutz – etwa über ein Tierheim oder eine spezialisierte Auffangstation. Jede dieser Optionen hat ihre eigenen Vor- und Nachteile, die du gut abwägen solltest.
Graupapageien aus dem Zoohandel stammen meist von kommerziellen Züchtern und sind fast immer Handaufzuchten. Für die Graupapageien-Babys bedeutet der Aufenthalt im Zoogeschäft enormen Stress, ein hohes Ansteckungsrisiko – und meist ist auch die Herkunft unklar. Der Kauf über einen spezialisierten Züchter oder von privat ist in der Regel die bessere Wahl.
Ein verantwortungsvoller Züchter gibt Graupapageien frühestens mit 5–6 Monaten ab, hält keine Einzeltiere, züchtet möglichst Naturbruten und beantwortet alle Fragen offen. Du darfst die Tiere vor dem Kauf besuchen – und der Züchter will auch dich kennenlernen.
Solche Anzeigen stammen manchmal von seriösen Privathaltern, die ihre Graupapageien abgeben müssen. Häufig aber stecken dahinter skrupellose Händler oder Vermehrer, die sich als liebevolle Privatpersonen ausgeben – mit erfundenen Geschichten über Allergien, Trennungen oder andere Notlagen. Schau dir den Vogel unbedingt im aktuellen Zuhause an, prüfe Herkunft und Unterlagen sorgfältig – und frage gezielt nach dem Hintergrund der Abgabe.
Das klingt erstmal wie eine gute Tat– ist aber riskant. Die medizinische Absicherung ist oft lückenhaft, der Infektionsdruck hoch, und der doppelte Umzug bedeutet erheblichen Stress für das Tier. Wenn du helfen möchtest, ist es deutlich besser, ein Tier direkt von privat zu übernehmen. Mehr dazu findest du im Hauptartikel: Sittiche & Papageien kaufen oder adoptieren – So machst du es richtig!
BONUS: Graupapageien kaufen - Meine Geschichte (17 Minuten)
Zum Thema Graupapagei kaufen, möchte ich dir meine Geschichte erzählen. Es geht um meinen Graupapagei Hector. Er ist der Vogel, mit dem Alles begann. Der Auslöser für meine Faszination über Beißen und Aggressionen bei Papageien & Sittichen.

Graupapagei kaufen: Vorher und Nachher sind zwei Paar Schuhe
Zum Thema Graupapagei kaufen möchte ich dir mal meine Geschichte erzählen. Denn auch ich habe ziemlich unbedarft angefangen. Auch ich war überrascht, wie sehr die Realität nach dem dem Kauf meines Graupapageis von meinen Vorstellungen vor dem Kauf abwich.
Nach dem Graupapageien Kauf im Stich gelassen
Mit dem Kauf meines Graupapageis Hector fing mein Leidens- aber auch mein Erfahrungsweg mit beißenden Papageien an. So kam es, dass ich mich auf beißende Papageien & Sittiche spezialisierte.
Ich bin ja nicht eines Morgens aufgewacht und dachte „Oh, ja, tolles Thema! Das mache ich!“. Vielmehr habe auch ich - wie so viele von euch - einen Leidensweg hinter mir, auf dem ich den Papageiengöttern Blut, Schweiß und viele Auas geopfert habe.
Damals gab es niemanden, der mir in Sachen beißende Papageien & Sittiche helfen konnte; Keine Bücher, keine Experten, nix. Also musste ich mir aus dem Wissen über Hunde und Menschen zusammenstückeln, was als Problemlösung für beißende Papageien & Sittiche brauchbar war und den Rest selbst erarbeiten.
2001 in New York City: Hector der Graupapagei wird gekauft
Aber jetzt kannst du dich erst einmal bequem in deinem Stuhl zurücklehnen, der deine Zeitmaschine ist. Atme tief durch, schließe die Augen ... und schwupps sind wir im Jahr 2001 in New York City.
Ich war von meiner damaligen Firma nach New York geschickt worden, um das deutsch-amerikanische Geschäft zu beflügeln. Spannendes Thema und ich war völlig begeistert, das machen zu dürfen. Wir hatten nur eines übersehen. Ich bin ein Landei. Ich mag Natur. Bäume, Blumen, Tiere, usw. Und in New York gibt‘s halt nicht viel davon. Na klar, es gibt den Central Park. Aber der ist so überlaufen, dass von Natur nicht mehr so sehr viel zu spüren ist.
Ich wollte nicht Papageienschmuggler werden
Mir ging die Zementwüste gründlich auf die Nerven. Ich wollte mehr Natur. Topfpflanzen haben‘s einfach nicht gebracht. Und dann auf einem der Flüge zwischen USA & Deutschland kam die zündende Idee. In einer Zeitschrift las ich eine wirklich bezaubernde Geschichte von einem Mann, der mit seinem Papagei um die Welt reiste. Er hat ihn über jeden Zoll geschmuggelt und überall hin mitgenommen.
Ich wollte natürlich nicht Papageienschmuggler werden. Aber ich erinnerte mich an meine Kindheit, in der wir einen ganzen Schwarm Wellensittiche und auch Nymphensittiche hatten. Ich erinnerte mich an einen Privatzoo, mit dessen Besitzer meine Eltern befreundet waren. Dort hatte ich den ersten Kontakt zu Aras und verliebte mich in diese Vögel. Mir fiel es wie Schuppen von den Augen. Na klar. Ich brauchte einen Papagei.
Sobald ich wieder in New York war, fing ich an zu recherchieren.
Ich wollte gar keinen Graupapagei kaufen
Eigentlich wollte ich einen dunkelroten Ara. Aber schlussendlich fiel meine Wahl aus Vernunftsgründen darauf, einen Graupapagei zu kaufen: Intelligent, extrem langlebig, und klein genug für eine Wohnung. Am nächsten Wochenende bin ich zu einer spezialisierten Zoohandlung und siehe da, sie hatten gerade junge Graupapageien zu verkaufen.
Die waren noch nicht futterfest. Aber ich könne meinen Graupapagei reservieren und ihn dann kaufen, wenn er so weit sei. So kam ich zu Hector. Jedes Mal, wenn ich ihn besuchte, nahmen sie das kleine Graupapageien Baby und wickelten ihn zuerst wie ein Burrito in ein Handtuch. Ich setzte mich in einen der dafür vorgesehenen Wartestühle und sie legten ihn mir in die Arme wie ein Baby.
Es wurde alles sehr logisch und freundlich erklärt. Im Handtuch eingewickelt würde er sich sicherer fühlen. Dadurch, dass ich ihn in meinen Armen hielt und mit ihm redete, würde er sich an mich gewöhnen und mir vertrauen. So könnte das Tier mich kennenlernen, bevor ich den Graupapagei kaufen und nach Hause bringen würde. Das hörte sich doch toll an, oder?
Ein Mitarbeiter rammte einen Schlauch in Hectors Kropf
Einmal war ich zur Fütterungszeit im Laden. Ein Mitarbeiter nahm der Reihe nach jedes der kleinen gefiederten Babies hoch, rammte einen Schlauch, der an einer Spritze hing seinen Hals hinunter und drückte den genau abgemessenen Inhalt in den Kropf.
Da war ich dann doch ein wenig schockiert. Aber, wurde mir versichert, das wäre die beste Methode, um sicherzugehen, dass die Vögelchen genug Futter bekam um sein optimales Wachstum zu sichern. Deswegen würden sie auch keine Graupapageien verkaufen, die noch nicht futterfest seien. Denn diese Fütterung könne nur von Experten durchgeführt werden. Ach so. Ich glaubte den Experten.
In diesem Chaos stand ein winziger Käfig
Kurz darauf fing Hector an flügge zu werden und versuchte wegzuflattern, als ich ihn besuchte. Die Ladenbesitzerin fing Hector jedoch schnell wieder ein und nahm eine Schere zur Hand. Ich protestierte gegen das Stutzen. Doch die Ladenbesitzerin sagte mir, wenn ich das nicht erlauben würde, dann würde sie ihn hinten im Laden in einen Käfig setzen müssen. Ein fliegender Vogel im Laden sei einfach zu gefährlich.
Sie führte mich nach hinten, einem dunklen Verschlag, der offensichtlich als Lager diente, mit Kartons überall. In diesem Chaos stand ein winziger Käfig, in dem Hector noch nicht einmal seine Flügel ausbreiten könnte. Dort müsse er alleine sitzen, bis ich den kleinen Graupapagei kaufen würde. Mein Herz brach bei dem Gedanken, dass er dort einsam und alleine sitzen müsste. Also willigte ich ein. Und so wurde Hector gestutzt.
Wir alle machen Fehler beim Graupapageien Kauf
Wieso erzähle ich dir diese Geschichte in epischer Breite? Drei Gründe. Erst einmal möchte ich nicht, dass du dich über deine Fehler schämst. Du sollst nicht glauben ich hätte kein Verständnis dafür. Oder dir deshalb nicht trauen, Hilfe zu suchen. Ob bei mir oder anderen ist egal. Wir alle machen Fehler. Lass dir da von keinem etwas anderes erzählen.
Ich denke mal keiner von uns hat sich Graupapageien oder andere Vögel gekauft, um gemein zu ihnen zu sein. Wir alle lieben unsere Tiere, und machen das Beste, was wir können, mit den Informationen, die wir haben. Leider bekommen wir diese Informationen oft von „Experten“, denen es wichtiger ist, dass du den Graupapagei kaufst, als dass es dem Vogel wirklich gut geht.
Ich habe den "Experten" beim Graupapageien Kauf geglaubt
Wie du an meiner Geschichte siehst, war ich ein genauso naiver, unwissender Graupapageien Käufer und neuer Halter, wie alle anderen. Und das OBWOHL ich mit Papageien aufgewachsen bin und es eigentlich besser wissen müsste. Aber ich habe, wie so viele Halter den „Experten“, den Zooläden und Züchtern geglaubt, weil sie ja sooo viel Erfahrung haben.
Das ist natürlich dumm, weil schlussendlich sind es Verkäufer und Produzenten der Ware Tier. Deren Interesse ist in erster Linie, Geld zu verdienen. Es sind keine Tierschützer.
Und glaube bloß nicht, dass es nur in den USA so ist. In Deutschland ist es leider nicht anders beim Kauf eines Graupapageis (oder jeder anderen Art). Auch hier wird von ausgebufften Verkäufern schön geredet, was in keiner Weise schön ist.
Also hoffe ich, dass ich dir mit meiner Geschichte über den Graupapageien Kauf und was anschließend geschah, die Augen ein wenig öffnen kann. Außerdem möchte ich dir helfen, einige der Probleme, die Hector hatte, und die dein Graupapagei nach dem Kauf vielleicht auch hat, besser zu verstehen.
Mir wurde ein "perfekter" Käfig für Graupapageien aufgeschwatzt
Zurück zu meiner Geschichte. Endlich war es so weit. Baby-Hector durfte zu mir nach Hause kommen. Beim Kauf des Graupapageis wurde mir ein perfekter Käfig aufgeschwatzt, der „wissenschaftlich“ genau richtig war: eineinhalb mal die Flügelspannweite des Vogels. Ich fand den Käfig furchtbar klein. Aber mir wurde mit Expertenmine gesagt, dass er sich in einem größeren Käfig nicht sicher fühlen würde. Oh. Ok.
Das wirklich Harte an dieser Geschichte ist, das mein Bauchgefühl beim Graupapageien Kauf bei all diesen Sachen laut „nein“ geschrien hat. Aber ich habe es ignoriert, weil mir ja die Experten was anderes erzählten. Kommt dir das bekannt vor? Wie du siehst: Du bist nicht allein!
Vielleicht war es für Hector schlussendlich ein Glück. Denn wenn ich auf mein Bauchgefühl gehört hätte, dann hätte ich dem Laden den Rücken gedreht. Wer weiß, wer den Graupapagei gekauft hätte, wo mein kleiner Hector dann gelandet wäre - in was für einer Haltung.
Dieser Graupapagei wäre nach dem Kauf vermutlich früh gestorben
Außerdem wäre Hector vermutlich früh gestorben. Denn mit seinen zarten 16 Wochen beim Kauf hatte der Graupapagei bereits eine Aspergillose, wie ich später herausfand. Die Futtermischung, die mir die „Experten“ mitgaben, hatte unter anderem Erdnüsse in der Schale, die sicherlich nicht geholfen haben.
Zudem war der kleine Kerl im Dauerstress durch die Handaufzucht und das Leben auf der Ladentheke, wo jeder Kunde, der sich für einen Graupapageien Kauf interessierte, ihn nach Herzenslust angrapschen konnte. Stress, wie wir wissen, schwächt das Immunsystem, das bei solch einem jungen Lebewesen ohnehin noch nicht besonders stark ist.
Hector hatte also nicht die besten Voraussetzungen für ein tolles, gesundes Leben.
Hector biss meine Hände blutig
Nach dem Kauf des Graupapageis ging das Drama dann richtig los. Zu Hause bei mir war nämlich keiner, der Hector in ein Burrito wickelte, sodass ich ihn gefahrlos anfassen konnte. Hector fand Hände ganz, ganz doof und biss mir meine blutig, jedes Mal wenn ich in seine Nähe kam.
Soviel hatte er nämlich in seinem zarten Alter schon gelernt: "Mit Bissen kann ich mir Grapscher vom Hals halten."
Er hatte noch eine Eigenschaft mitgebracht. Er knurrte wie ein Hund. „Wie süß! Das zeigt seine Sprachbegabung! der Graupapagei macht die Hundegeräusche nach, die er im Zooladen vor dem Kauf hörte.“
Beißende Papageien & Sittiche haben keine andere Wahl
Wer auch nur ein bisschen Erfahrung mit Graupapageien hat, weiß, dass dieses Knurren ein Zeichen von wirklich großer Angst ist. Dies wurde jedoch total ignoriert, da es ja "Sprachbegabung" war.
Natürlich wurden auch sämtliche subtileren Anzeichen von Angst oder Abwehr komplett ignoriert, da sie gar nicht erst bemerkt wurden. Hector hatte also - wie so viele beißende Papageien & Sittiche - gar keine Wahl als zu beißen. Dieser Graupapagei war also schon vor dem Kauf zu einem Problemvogel geworden.
Nach dem Graupapageien Kauf: Umzug mit neuem Vogel nach Deutschland
Kurz darauf, wurde die Tochtergesellschaft, bei der ich in New York arbeitete, verkauft und ich ging wieder zurück nach Deutschland. Also ging erst einmal der Papierkrieg los. Die Dame aus dem Zooladen half mir, denn sie hatte dies wohl schon öfters für Käufer ihrer Papageien gemacht.
Sie belustigte sich über die „völlig absurden“ deutschen Regeln. Diese verlangten von mir einen gegengeschlechtlichen, gleichartigen Partner für Hector und einen Käfig von mindestens zwei Meter Breite und einem Meter Tiefe. Wow. Das war ja eine Menge größer als der Käfig, den ich im Laden als "perfekt" für Graupapageien gekauft hatte.
Du glaubst jetzt vielleicht, dass das halt eben nur die dummen Amis sind. Hier in Deutschland ist ja alles besser, weil hier ja Tierschutz groß geschrieben wird. Oder? ...
Passenden Käfig für Graupapagei kaufen
Hör dir mal den Rest dieser Geschichte an. Ich kam also in Deutschland an und musste dringend einen großen Käfig für meinen Graupapagei kaufen. Tagelang telefonierte ich von Hüh, nach Hott und besuchte Zooläden. Der absolute Hammer war, dass solche Käfige nicht nur nicht zu kaufen waren. Die Verkäufer in den Zoogeschäften hatten noch nie von diesen Mindestanforderungen, die ich erfüllen musste, gehört.
Diese waren 2001 bereits sechs Jahre alt. Also Zeit genug, darüber informiert zu werden, sollte man meinen. Im Endeffekt blieb mir nichts anderes übrig, als einen Käfig für meinen Graupapagei zu kaufen, der nur halb so groß war, wie erforderlich. Er war der Größte, den ich kriegen konnte. Was sollte ich machen?
Weiblichen Graupapagei kaufen
Als nächstes brauchte Hector einen gegengeschlechtlichen Partner. Ich musste also für Hector einen weiblichen Graupapagei kaufen. Auch da habe ich Abenteuerliches erlebt. Ein Zooladen, der keine Graupapageien hatte, versuchte mich davon zu überzeugen, dass eine Blaustirnamazone ein perfekter Partner für Hector sei. Ich solle also eine Blaustirnamazone statt eines Graupapageis kaufen.
Wieder so ein Experte. Nun ja, da ich die mir gestellten gesetzlichen Auflagen erfüllen musste, kam ich dieses Mal glücklicherweise null in Versuchung, der Expertin zu glauben. Aber ich kenne genug solcher Geschichten, dass ich weiß, das dies leider immer noch ein Thema ist. Aber dann fand ich endlich einen Züchter; mit Graupapageien-Babies; und Weibchen! Juchuh.
Also Hector eingepackt und dahin gefahren. Was da passierte war auch ein Treppenwitz. Der Züchter hat vielleicht gezüchtet. ABER zusätzlich hat er von überall her nestjunge Graupapageien gekauft, diese mit der Hand aufgezogen und dan weiterverkauft.
Erst einmal ist es natürlich hochproblematisch, dass ich einen ungetesteten Vogel zu diesen Babies mitnehmen konnte. Es grenzt an ein Wunder, dass wir uns in dem hin- und her beim Graupapageien kaufen aus verschiedenen Beständen keinen Virus eingesammelt haben.
Graupapagei Lily wollte vom Boden weg
Alle Stühle waren besetzt und so hockte ich mich mit Hector auf den Boden und das weibliche Baby wurde mir in den Schoß gesetzt. Hector hockte auf meiner Schulter. Das Baby versuchte so schnell wie möglich an mir hochzuklettern. Der Züchter-Experte versicherte mir, das sein ein tolles Zeichen, da sie unbedingt zu Hector hinwolle.
Das ist natürlich völliger Quatsch. Sie wollte einfach vom Boden weg. Aber, damals glaubte ich ihm. Der freundliche Züchter stutzte mir dann noch Hector nach, weil seiner Ansicht nach, die Federn nicht kurz genug waren und das Baby auch gleich mit.
Nachdem ich Lily, den weiblichen Graupapagei gekauft hatte, suchte ich einen vogelkundigen Tierarzt, da ich sie durchchecken lassen wollte. Ich fand dann auch einen ganz in der Nähe, der mir von der Vogelklinik in Gießen empfohlen wurde. Super!
Der Tierarzt wollte meine Graupapageien einseitig stutzen
Also packte ich beide Vögel in paar Tage später ein und fuhr dahin. Er kommentierte, dass Hector sehr kurz gestutzt sei. Ich erklärte ihm, dass Lilys Züchter, das gemacht hatte, weil Hector trotz Stutzen ein bisschen fliegen konnte.
Der freundliche Tierarzt-"Experte" erklärte mir dann, dass der Vogel einseitig gestutzt werden müsse, um Fliegen zu verhindern. Er bot auch sofort an, dies bei beiden Vögeln zu machen. Es wurde kein Wort über Tierschutz und die Konsequenzen für die Vögel erwähnt.
Glücklicherweise hatte ich zu diesem Zeitpunkt bereits die Info aus einem meiner Bücher, dass einseitiges Stutzen so ziemlich das Schlimmste ist, was man einem Papagei antun kann. Der Vogel kann dann nämlich noch nicht einmal Flatterübungen machen, weil es den ganzen Körper herumreißt. Ich lehnte diese Angebot denn auch ziemlich entsetzt ab.
Man kann nicht blind vertrauen
Ein paar Tage später, passierte, was passieren musste. Der brutal gestutzte Hector stürzte ab und fiel wie ein Stein zu Boden. Dabei brach er sich die Schnabelspitze ab. Es war Hochsommer und Hector ein Baby. Der Tierarzt, den ich natürlich sofort anrief, meinte lakonisch, es sei schon nichts passiert. Es würde auch nichts ausmachen, wenn Hector ein paar Tage lang nichts fressen oder trinken würde.
Meine Güte, selbst als Laie, der nur ein paar Bücher gelesen hatte, wusste ich, dass das nicht richtig war. Tja und so lernte ich, dass man sogar auf Papageien spezialisierte Tierärzte, die von der Uni Gießen empfohlen werden, nicht blind vertrauen kann.
Glücklicherweise, fand ich dann eine Tierärztin, die den Namen vogelkundig verdiente. Sie machte alle notwendigen Untersuchungen und behielt Hector bei sich, um ihn bis es ihm besser ging per Kropfsonde zu ernähren.
Ich könnte mich treten
Er hat‘s überlebt und ist heute, all die Jahre später, immer noch bei mir. Das Beißen habe ich Hector weitestgehend abgewöhnt. Zwischen seinem letzten und vorletztem Biss lagen immerhin 14 Jahre. Seit seinem letzten Biss sind auch schon wieder etliche Jahre vergangen.
Bisstechnisch also kein großes Ding. Natürlich tat der Biss weh. Aber viel schlimmer ist, dass ich nicht aufgepasst habe und ihn unabsichtlich so sehr bedrängt hatte, das er das Gefühl hatte, aus Notwehr beißen zu müssen. Armes Kerlchen. Dafür könnte ich mich treten.
Uff das ist jetzt nicht ganz so locker-flockig geworden, wie geplant. Es ist ein Thema, das mir wirklich nahe geht. Weil so oft Tiere für die Dinge bestraft werden, die eigentlich wir Menschen verbockt haben.
Graupapagei kaufen - Meine Geschichte als Podcast
Nicht nur beim Graupapageien kaufen gibt's Probleme
Seit Hector ziehe ich beißende Papageien & Sittiche geradezu magisch an. Über die Jahre habe ich so viele davon aufgenommen und ihr Vertrauen gewonnen. Jack, Nikita, Mr. Darcy, um nur ein paar zu nennen, sind liebenswerte Mitbewohner geworden. Sogar Shelby, mein Irish Wolfhound (ein Hund, kein Papagei - aber ähnliches Prinzip), mit extremen Aggressionsproblemen wurde nach nur zwei Wochen lammfromm. Sein größtes Problem derzeit ist, dass er viel zu viel Platz im Bett wegnimmt.
Ich habe auch unzähligen Papageien- & Sittichhaltern geholfen, ihre Beißprobleme zu lösen. Aber was ich dir mit meiner Geschichte ganz doll ans Herz legen möchte. Es geht bei Anti-Aggressionstherapie nicht darum, den kaputten Vogel zu reparieren, damit der Mensch nicht mehr gebissen wird.
Beißende Papageien & Sittiche brauchen Vertrauen
Dein Vogel hat einen Grund, warum er beißt. Auch wenn du diesen Grund nicht kennst. Wir sind es schuld, wenn unsere Sittiche und Papageien beißen. Wenn nicht wir persönlich, dann zumindest irgendwelche anderen Menschen. Denn oft haben unsere Graupapageien schon vor unserem Kauf gelernt, zu beißen.
Deswegen ist das Wichtigste bei Beißproblemen bei Papageien und Sittichen, die Situation unseres Vogels so zu verbessern, dass er es nicht mehr nötig hat zu beißen.
Gerade wenn du einen beißenden Graupapagei gekauft hast (oder jede andere Papageienart) bedeutet dies mehr Verständnis, mehr Rücksicht, bessere Kommunikation. Es geht nicht um Dominanz und zeigen, wer der Chef ist. Es geht um den Aufbau von vertrauensvollen Beziehungen. Es geht nicht um das schnöde Abdressieren irgendwelcher Verhaltensweisen oder um Einschüchterung.
Es geht um Beziehungstraining - dein Training - von besserem Beobachten und mehr Verständnis. Es geht um das sanfte, gemeinsame Formen von Verhaltensweisen und-ritualen, die für dich UND für deinen Vogel funktionieren. So haben du und dein Vogel eine Chance Freunde zu werden, anstatt Feinde, die sich eine Wohnung teilen.
Bitte melde dich, wenn du Hilfe brauchst
Beißende Papageien & Sittiche brauchen in erster Linie mehr Vertrauen und Rücksichtnahme. Ich hoffe, dass du diese Gedanken im Hinterkopf behältst, wenn du dich mit deinem beißenden Papagei oder Sittich auseinandersetzt. Ich wünsche dir von ganzem Herzen viel Glück & Erfolg bei deiner Problemlösung! Und wenn du Hilfe brauchst, dann komm‘ bitte auf mich zu. Du kannst über www.dievogelschule.com/kontakt ein kostenloses Erstgespräch mit mir buchen, um einfach mal darüber zu reden. Ich freue mich, von dir zu hören.