Sittich & Papageienfutter köstlich & gesund – das Papageienmenü

Das richtige Papageienfutter trägt wesentlich zur Gesundheit unserer Papageien & Sittiche bei. In der Praxis kann die tägliche Zubereitung solchen Papageienfutters ein wenig mühsam sein. Das Papageienmenü kann dir helfen, die tägliche Futterzubereitung ein wenig zu vereinfachen. Weiterlesen

Weitere Artikel über Sittich- & Papageienernährung findest du hier.

Wie machst du dein Sittich & Papageienfutter?

Samstagmorgen – Supermarkt. Endlich an der Kasse angekommen, lege ich aufs Band: fünf Weintrauben, drei Brokkoliröschen, fünf Karotten, zwei Bananen, einen Apfel, eine Mandarine, usw. Während meine werten Mit-in-der-Schlange-Steher ungläubig zuschauen, zucke ich mit um Vergebung heischendem Blick entschuldigend mit den Schultern und murmele „Hrmpfggrmbl ... Papageienfutter“.

Papageienfutter im Morgengrauen

Kommt dir das bekannt vor? Montagmorgen, sechs Uhr in der Früh: Schlaftrunken, mit halb geöffneten Augen, stolpere ich in die Küche, ziehe ein Brokkoliröschen, 1/2 Karotte, 1/3 Banane, usw. aus dem Kühlschrank und fange an, das Papageienfutter für den Tag zu schnippeln.

Aua!!!! Schon wieder in den Finger geschnitten. So kann es doch nicht weitergehen...

Papageienfutter - Fragen bei den Divis stellen

Gutes Papageienfutter ist eine wichtige Grundlage für die Gesundheit deiner Vögel

Wir wissen dass eine ausgewogene Ernährung für unsere Papageien & Sittiche überlebensnotwendig ist. Eine Vielzahl von Erkrankungen unserer Papageien & Sittiche ist auf eine unzulängliche Ernährung zurückzuführen. Sie brauchen zum Beispiel Vitamin A, um die Schleimhäute zu stärken (Aspergilloseabwehr) und Kalzium für die Knochen.

TIPP

Lies hierzu auch meinen Artikel über Körnerfutter: Körnerfutter – gut oder schlecht?

Wenn du mehr über Pellets als Papageienfutter erfahren möchtest, dann lies bitte diesen Artikel: Pellets – Top Punkte

Wenn doch nur die mühselige Futterzubereitung nicht wäre.

Also was tun?

Trompetentusch … das Papageienmenü zur Rettung!

Was zum Kuckuck ist das Papageienmenü?

Das Papageienmenü ist DER Geheimtipp für die effiziente, ausgewogene Ernährung von Papageien & Sittichen. Es wurde vor mehr als dreißig Jahren von einem auf Papageien & Sittiche spezialisierten Tierarzt in den USA entworfen und wird kontinuierlich weiterentwickelt. Das Rezept wird weltweit auf papageienspezifischen E-Mail-Listen und Foren weitergegeben und von Haltern und Züchtern gleichermaßen erfolgreich angewendet. Ich selbst benutze das Rezept und Variationen davon seit mehr als fünfzehn Jahren als Papageienfutter für meine eigenen Papageien & Sittiche.

Anwendung als Papageienfutter

Natürlich musst du bei der Anwendung berücksichtigen, dass alle Vögel und ihr individueller Ernährungsbedarf unterschiedlich sind. Dies gilt sogar innerhalb derselben Art. Aber als ausgewogene Ernährungsgrundlage für dein Sittich- & Papageienfutter kannst du das Papageienmenü für alle Papageienarten verwenden, die nicht von einer spezifischen Diät abhängig sind, wie z.B. Loris.

Beachte dabei, dass manche Sittich- & Papageienarten einen recht hohen Fettbedarf haben, unter anderem Aras und Graupapageien.

Das Papageienmenü fütterst du am besten tagsüber. Anschließend am Abend gibst du eine Nussmischung. Die Nüsse sollten selbstverständlich geschält und in Lebensmittelqualität sein. Du kannst zusätzlich auch Körnerfutter geben. Dies gilt in erster Linie der Beschäftigung. Beachte jedoch, dass Körnerfutter häufig mit Aspergillose-Sporen und Bakterien verunreinigt ist. Achte deshalb bitte unbedingt auf allerhöchste Qualität. Ich empfehle zur Verwendung als Sittich- und Papageienfutter ausschließlich Körner in Lebensmittel- und Bioqualität aus dem Reformhaus.

Akzeptanz als Sittich- & Papageienfutter

Papageien & Sittiche sind bei der Umstellung auf ein neues Papageienfutter oft heikel. Trotzdem nehmen die meisten das Papageienmenü sehr schnell an. Es gibt außerdem relativ wenig Verschwendung bei diesem Rezept, da die Vögel versessen darauf sind. Ein großer Vorteil des Papageienmenüs ist, dass die Aromen der verschiedenen Futterzutaten sich vermischen. Dies veranlasst den Vogel dazu, seine Diät auszuweiten.

Ganz pingelige Papageien & Sittiche werden am Anfang unter Umständen das Papageienmenü durchsortieren. Aber meiner Erfahrung nach fressen sie in kürzester Zeit alle oder doch zumindest einen Großteil der Zutaten. Eine Anleitung zur Durchführung von Futterumstellungen findest du in meinem Artikel: "Papageienfutter: Hilfe! Mein Papagei oder Sittich ist ein mäkeliger Fresser".

Und so wird's gemacht

Verwende bei der Zubereitung des Papageienmenüs frische Zutaten, wenn möglich aus kontrolliert biologischem Anbau. Zum Mischen des Menüs benutzt du am Besten eine große Kunststoffwanne. Für die eigentliche Herstellung benötigst du erfahrungsgemäß drei bis vier Stunden. Die Einkaufszeit für die Zutaten kommt noch hinzu. Das Rezept kannst du selbstverständlich teilen, falls du kleinere Papageien & Sittiche oder wenig Platz im Gefrierfach hast. Ein einfaches Rezept reicht ungefähr drei Monate für ein Paar mittelgroßer Papageien, wie Graupapageien oder Amazonen.

Die gekochten bestandteile des Papageienfutters

150 g Schwarze-Augen Bohnen
150 g Wachtelbohnen
150 g Kidney-Bohnen
150 g gelbe und grüne Erbsenhälften
150 g Kichererbsen
150 g schwarze Bohnen
150 g Sojabohnen
250 g große weiße Bohnen
120 g Weizen
120 g Gerste
200 g Wildreis …
… abspülen und über Nacht in einem großen Topf einweichen (ca. 8 Std.). Am nächsten Morgen werden die Zutaten im Einweichwasser gekocht. Dadurch erhältst du so viele Nährstoffe wie möglich, anstatt sie in den Ausguss zu schütten. Füge vor dem Kochen so viel Wasser hinzu, dass die Zutaten gut zwei bis drei Zentimeter tief bedeckt sind.

Bringe die Mischung für 10 Minuten zum sprudelnden Kochen. Anschließend reduzierst du die Hitze, deckst den Topf zu und lässt das Ganze weitere 20 Minuten köcheln. Im Idealfall ist am Ende des Kochprozesses das Wasser so gut wie aufgebraucht, sodass du fast nichts wegschütten musst. Vorsicht: Es brennt schnell an. Deshalb oft umrühren und gut beobachten.

3 mittlere Süßkartoffeln (orangefarbenes Fruchtfleisch)
4 mittlere normale Kartoffeln …
… schrubben, vierteln und in ca. 3 mm dicke Scheiben schneiden; diese unter häufigem Rühren in der obigen Mischung mitgaren.

Die gefrorenen Bestandteile des Papageienfutters

1,5 kg gefrorenen Mais
1,5 kg gefrorene Erbsen
1,5 kg gefrorene Möhren
1,5 kg gefrorene grüne Bohnen …
… der heißen Mischung beifügen, um sie abzukühlen und den Garprozess zu stoppen. Das Gemüse wird dabei kaum aufgetaut.

Die frischen Bestandteile des Papageienfutters

250 g frische Petersilie
3 mittelgroße Zucchini
4 große Tomaten
250 g Pok Choi
6 große Bananen
6 mittlere Äpfel
4 geschälte Orangen
100 g frische oder gefrorene Cranberries
1 Mango, geschält und ohne Kern
2 Papaya geschält, aber mit Samen
750 g grüne Trauben …
… in Stücke schneiden und hinzufügen.

60 g Sesamsamen
50 g Algenpulver
50 g Alfalfa-Pulver …
… hinzufügen und alle Zutaten gründlich durchmischen.
Anschließend in tägliche Portionen in Frühstücksbeutel oder Folienschläuche abfüllen und einfrieren.

Welche Mengen als Papageienfutter?

Als grober Maßstab empfehle ich pro Graupapagei (Körpergewicht ca. 400 - 500g) und Tag einen großen gehäuften Esslöffel des Papageienmenüs als tägliches Papageienfutter.
Diese Menge änderst du natürlich für kleinere Papageien. Als Wellensittichfutter reicht pro Tier ein gehäufter Teelöffel. Als Wellensittichfutter und für andere kleine Papageienarten, empfehle ich, die Bestandteile des Papageienmenüs etwas kleiner zu schneiden.

Als Arafutter benötigst du ca. zwei Esslöffel pro Vogel pro Tag.

Wenn du wissen möchtest, wie du die Menge auch für deine Vogelart umrechnen kannst, dann lies diesen Artikel: Leckerbissen für Papageien & Sittiche

Die zubereitete Menge reicht für ein Pärchen Graupapageien ungefähr drei Monate.

Das Papageienmenü als Papageienfutter

Zum Füttern brauchst du dann nur je eine Tüte des Papageienmenüs aus dem Frierer zu nehmen und im Kühlschrank über Nacht aufzutauen. Alternativ kannst du auch einfach die verschlossene Tüte morgens in ein heißes Wasserbad legen – heißes Wasser aus dem Wasserhahn reicht völlig. Auftauen durch Erhitzen zum Beispiel auf dem Herd oder mit der Mikrowelle ist nicht empfehlenswert, da wertvolle Nährstoffe zerstört werden können.

Beim Auftauen mit der Mikrowelle besteht das zusätzliche Problem, dass die Speisen punktuell so stark erhitzt werden können, dass Verbrennungsgefahr für die Vögel besteht.

Und nun viel Spaß beim Kochen, Schnippeln und Mixen. Deine Papageien & Sittiche werden dir für das gesunde und köstliche Papageienfutter danken.

Ich hoffe, du findest diesen Artikel interessant und hilfreich!

Lerne viel, hab' Spaß und genieße dein Leben mit deinen Gefiederten. 

Bitte poste deine Fragen - so du welche hast - unten in die Kommentare.

LG,

Ann. ❤️

Über die Autorin 

Ann Castro

Seit 2001 helfe ich Haltern ein besseres Leben mit ihren Papageien & Sittichen zu führen. Ich kann auch dir helfen! Kontakt


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  • Das Papageienmenü hört sich gut an. Ich habe zwei Blaustirnamazonen 755 g und 415 g Gewicht mit Leberschäden und Gewichtsprobleme. Die Vorbesitzerin hat die zwei mit Menschenessen gefüttert. Gibt es für gewichtige Papageien ein extra Menü? Danke und herzliche Grüße Inge

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